02.01.2019 Von Cordoba nach San Justo

Die Nacht war grauenvoll, bis 02:30 Uhr mußte ich immer wieder spucken. Dann war endlich Ruhe. So fühlte ich mich auch. Ich hatte aber Sorge, wenn ich jetzt schwächele, dann komme ich nicht mehr in Gang. Die Knochen und der Körper sagen schon seit einiger Zeit, es darf gern eine längere Pause geben. Diese habe ich aber erst für Paraguay geplant.
Vor dem Frühstück habe ich Charly in Berlin dann schon erneut um Hilfe gebeten. Ich habe von hier nur wenig Möglichkeiten bei eingeschränkten, teilweise sogar schlechtem Internet für eine Stadt wie Cordoba. So schrieb ich ihm ganz detailliert von wo bis wo ich die Karten brauche. In der Hoffnung, dass es bis zu meiner Ausreise von Paraguay nach Brasilien doch noch eine Lösung gibt. Denn durch Rio de Janeiro ohne Navi, dass tue ich mir nicht an.
Meine Sachen waren schnell zusammengepackt und so nahm ich gleich einen Teil auf dem Weg zum Frühstück mit in die Garage. Das Frühstück habe ich auf zwei mit salziger Butter bestrichene kleine Brötchen, ein Glas Orangensaft und eine Tasse Kaffee beschränkt.
Der Weg aus Cordoba raus machte mich total stutzig. Gut es war Samstag, aber auf dieser Hauptausfallstraße war so wenig Verkehr und die war auch so klein angelegt, dass ich immer wieder schaute, ob ich denn richtig bin. Es stimmte aber alles. 
Es gab a schon oft Tage, da habe ich gedacht, langweiliger geht es nicht, heute war es die Krönung. Das Navi zeigte bis zur nächsten Abbiegung oder Veränderung an der Straßenführung 01:13 an. Es wurde aber nur sehr langsam weniger, bis ich verstand, es war eine Stunde und 13 Minuten nur gerade aus. So fuhr ich knappe 350 Kilometer gen Osten und dann nochmal knappe 100 gen Norden. Ich bin auch durch SantaFe  gekommen, dieses sah aber eher aus wie Venedig, überall riesige Mengen Wasser drum herum. Den ganzen Tag bin ich heute durchs flache Land gefahren, höchster Punkt waren wohl 70m üNN. ! Hier muß die Rinderhaltung von Argentinien sein, so viele Wiesen und Tiere wie ich hier gesehen habe. Leider sah ich rechts am Rand eine riesige Pfütze zu spät. Umdrehen ging nicht auf der Schnellstraße. In der besagten Pfütze standen große und kleine Rinder bis zum Hals im Wasser und kühlten sich ab. SantaFe wäre auch eine Übernachtungsoption gewesen, aber das gefiel mir schon aus der Ferne nicht. Nach San Justo waren es noch 100km mehr, die später echt schwer gefallen sind. Die Straße wurde zur normalen zweispurigen Landstraße mit Wasser an beiden Seiten, welches manchmal bis zur Fahrbahnmitte reichte. Ich konnte nicht herausbekommen wo so viel Wasser her kam. An der Unterkunft, die ich nicht gebucht hatte, fragte ich nach einem Zimmer und bekam auch sofort eine Zusage. Ich sollte ungefähr 28€ umgerechnet mit Frühstück zahlen. Da zeigte ich der guten Frau den Booking com Preis der darunter gelegen hätte und sagte ihr, dass es viel zu teuer sei. Sie sah mich an, fragte irgendwo nach und ich bekam ein Zimmer mit Bad und Frühstück, vollkommen ausreichend für 18€. Ich legte mich dann erstmal hin. Ich war total platt. Später habe ich dann nur noch Butterkekse die ich noch im Koffer hatte gegessen. Sonst gab es heute nur 4 Liter Flüssigkeit, nach Essen war mir noch nicht. Mal sehen wie weit ich morgen komme, geplant sind wieder gute 450 km, so wie heute.

Bilder gibt es heute keine, da war ich nicht zu in der Lage.

 

2 Gedanken zu „02.01.2019 Von Cordoba nach San Justo“

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