01.02.2018 Aufenthalt in Essaouira

Es war schon angenehm ohne frieren im Bett zu liegen. Ja, im Atlas war es schon recht frisch. Hier in Essaouira ist es schon ganz angenehm. Heute Morgen bin ich kurz runter gegangen und habe drei Hauseingänge weiter frische Baguettes fürs Frühstück bekommen. Das ist ein klarer Vorteil hier in Marokko. An jeder Ecke kann man hier die Alimentation sicherstellen. Das es Versorgung heißt, darüber habe ich noch nie nachgedacht, hier steht es simpel über dem Geschäft. Sogar Erdbeermarmelade hatte der kleine Laden. Der Preis war natürlich landesspeifisch. Für zwei Baguettes und ein kleines Glas Marmelade mußte ich dann doch 11 Dirham zahlen, umgerechnet 97 Euro Cent. Wo wir gerade über Preise sprechen, die Abblendlichtbirne von OSRAM hat auch nur 4,30€ gekostet und der Liter Benzin liegt im Moment hier bei 0,97 €. Beim Geld holen mit der Karte habe ich 2000 Dirham für 177,-€ bekommen. Wenn man erstmal hier ist, kann man hier recht günstig leben. Um hier auf Dauer leben zu können, sollte man allerdings etwas Französisch lernen, eine Sprache die ich nun nicht gerade leicht finde. Wer hier mit ein paar Kontakten sucht findet garantiert auch eine passende Bleibe für wenig Geld. Wenig für unsere Verhältnisse, nicht für hiesige Preise. Man muß nur erstmal ran kommen. Kleine Häuser die nicht unbedingt in erster Reihe am Strand liegen bekommt man wohl auch schon für 200-300 Euro, je nach Ort. Gas (Flaschen), Wasser und Strom ggf. Internet noch dazu dann liegt man bei ca. 400 € pro Monat. Was natürlich fehlt und nun kommen wir mal zum Wesentlichen, sind die sozialen Bindungen, wie wir sie zu Hause haben. Man wird hier oder auch in einem anderen Land zwar irgendwann akzeptiert, ggf. auch sehr schnell, aber man bleibt der Fremde. Das bestätigen auf Menschen, die schon länger hier oder in einem anderen Land hier im Süden leben. Wohlfühlen kann man sich hier schon, man findet mit Sicherheit auch einige Gleichgesinnte. Wenn ich nun wieder an Deutschland denke und ich mich oft schon gefragt habe, warum wohnen hier ausländische Mitbürger immer so geballt, kann ich es heute etwas verstehen. Ich würde es hier wahrscheinlich auch so machen. Allerdings muß ich sagen, wenn ich allein los gehe oder maximal mit der Partnerin, kommt man schon hier und da ins Gespräch und hat Kontakt zu Einheimischen. Manchmal, nichts gegen WoMo-Reisende, stehen die nicht nur zur Wagenburg aufgestellt, sondern gehen dann auch noch im Pulk durch die Stadt. Ein recht befremdlicher Eindruck der da manchmal entsteht.
Nach dem Frühstück habe ich dann erstmal versucht den Blog wieder etwas zu pflegen. Ein bisschen geschrieben und endlich, wenn auch sehr mühsam Bilder hochgeladen, das Netz ist hier im Moment scheinbar massiv überlastet. Mit dem Handy geht es wesentlich schneller, ich kann nur immer nicht abschätzen wann mein Datenvolumen aufgebraucht ist. Dann bin ich etwas ans Meer gegangen und habe einfach mal die Seele und Beine an der Promenadenmauer baumeln lassen. Ach ja, da war ja noch so eine komische Nachricht per SMS von Maroc Telekom gekommen. Die wollten, dass ich meine marokkanische Telefonnummer registrieren lasse. Konnte ich überhaupt nicht verstehen, weil beim Kauf der Karte schon der Reisepaß benötigt wurde. Ich bummelte so durch die Medina und die umliegenden Straßen und fand tatsächlich endlich mal einen Maroc Telekom Laden, der auch offen hatte. Ich also rein, gut ein Schlange, warten wir. Nach gut 15 Minuten konnte ich dann jemanden der zu der Telefongesellschaft gehörte meine Nachricht zeigen und fragen, was diese denn nun eigentlich bedeutet.  In recht barschen und unfreundlichen Ton, wollte der Herr dann unbedingt meinen Paß und ich solle doch meine Nummer registrieren lassen. Alle Versuche ihm zu erklären wie es beim Kauf gelaufen ist interessierten ihn nicht. Er wiederholte sich nun noch unfreundlicher und deutete an ich solle nun mal gehen. Da war dann Schluß bei mir. Ich habe ihm dann unmissverständlich mit leicht erhobener Stimme mitgeteilt, daß wir doch wohl freundlich miteinander umgehen wollen oder nicht? Mit riesigen Augen schaute er mich dann an, merkte wohl, dass hier irgendetwas nicht paßt. Ich stellte erneut wieder absolut freundlich meine Frage, was die Nachricht denn bedeutet? Irgendwie wurde meine Nummer nicht richtig registriert beim Kauf oder es geht vielleicht auch ohne. Er machte mir nun sehr freundlich klar, wenn ich die Registrierung nicht mache, wird meine Nummer stillgelegt. Dazu müsse ich aber unbedingt meinen Reisepaß dabei haben, sonst könne ja jeder mit einem Telefon kommen und sagen, dass es sei seins ist. Ich also zu Fuß ab zur Unterkunft, den Paß geholt und dann mit dem Moped wieder in die Stadt rein. Zu Fuß geht man gut 20 Minuten, mit dem Moped waren es wenige Augenblicke. Im Laden angekommen, schaute ich mich um und konnte den vorhin unfreundlichen Herren auch sofort ausmachen. Er sah mich wohl schon beim Reinkommen und holte sofort das Blatt Papier für die Registrierung. Dann sagte er wohl einem anderen Mitarbeiter.  dass er mich abfertigen soll. Er fragte nur noch kurz ob ich aus Deutschland komme und ging dann. Ob es nun gut oder schlecht war, dass ich aus Deutschland komme weiß ich nicht. Der Mitarbeiter, der hatte das Theater vorhin auch schon mitbekommen regelte alles binnen weniger Minuten und war absolut hilfsbereit und freundlich. Im Nachgang habe ich dann so überlegt mit wem ich es da wohl zu tun hatte. Der Unfreundliche schien irgendwie eine besondere Stellung dort gehabt zu haben, jedenfalls hatte er nun für eine reibungslose Abfertigung gesorgt. Als ich wieder an der Unterkunft angekommen bin, traf ich auf meinen Barbier von gestern, den Sohn des Hauses. Er hatte mir die Garage gestern gezeigt und erklärt, dass er darin in 2 Wochen seinen eigenen Barbiershop eröffnen wolle. So kamen wir gestern etwas mehr ins Gespräch und letztendlich hat er mir den Bart dann vernünftig gestutzt und in Form gebracht, gleich oben in der Wohnung. Er hat dann auch ein ordentliches Trinkgeld erhalten, schließlich steht mein Motorrad in seinem zukünftigen Laden. Nun denn, wir sprachen noch über dieses und jenes, auch über die Vögel oben auf der kleinen Terrasse vor meinem buntverglastem Wohnzimmerfenster. Ich lobte die Unterkunft, besonders die Sauberkeit und den grandiosen Ausblick über die Dächer von Essaouira. Er sagte dann, ich solle heute Abend nichts essen, er würde für mich eine Tajine kochen. Nun gut, habe ich vielleicht zu viel Trinkgeld gestern gegeben, oder ist es einfach nur eine freundliche Geste. Ich hatte auch angenommen, dass wir zusammen essen oder ich mit unten essen soll. Für 20:00 Uhr hatte er das Essen angekündigt und so stand er dann auch mit einem Tablett vor meiner Wohnung. Eine riesen Tajine und Brot darauf, obwohl ich ihm schon vorher gesagt hatte, bloß nicht so viel zu Essen zu machen. Er stellte es auf den Tisch, wünschte mir einen guten Appetit und ging. Die Tajine war wieder köstlich, es war eine mit Hühnchen. Wie gesagt sie war riesig und so habe ich auch nur die halbe gegessen und nur etwas Brot. Anschließend habe ich den Rest wieder runter gebracht und mich herzlich mehrfach für das köstliche Essen bedankt. Bis Samstagmorgen habe ich ich gebucht und da es mir ganz gut gefällt werde ich wohl nochmal ein paar Tage dran hängen. Denn wenn man sich erstmal etwas auskennt, weiß wo man was bekommt, kann es schon recht entspannt sein. Hier habe ich mein eigenes Reich und das Wetter sieht nächste Woche nicht gut aus in Marokko.

Ein riesiges Schlafzimmer, links steht noch ein Bett.
Blick vom Wohnzimmer Richtung Küche!
Das riesige Wohnzimmer mit dem bunten Licht durch das farbige Fensterglas.
Das Treppenhaus und auch die  Wohnzimmerwände sind halbhoch gefliest.
Sehr schöne Aussicht, im Hintergrund das Meer, ca. 400 m Luftlinie.
Hier oben hat man den ganzen Tag die Sonne!
Irgendwo läuft hier auch noch eine Schildkröte  rum!
Die untere der zwei Dachterrassen mit sehr schönen Vögeln!

Die sehr leckere Tajine!

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