02.02.2018 Tag 2 Aufenthalt in Essaouira

Wieder habe ich gut geschlafen und freue mich diese Unterkunft gefunden zu haben. Ich hatte gestern ja schon den Blick auf die Wetterkarte gewagt und bin über Nacht dann zu dem Entschluß gekommen, noch weitere drei Tage zu buchen. Ja, da muß man manchmal schnell oder früh genug fragen. Denn auch diese Unterkunft ist über Booking Com buchbar. Wenn dort jemand eine Anschlußbuchung macht, stehe ich da und schaue sprichwörtlich in die Röhre. Zuerst aber wieder drei Häuser weiter die frischen Baguettes holen und erstmal in Ruhe frühstücken. Dann bin ich zur Matrone runter und habe mit Unterstützung durch den Sohn dann gefragt wie es denn nun aussieht mit Verlängern, die Verständigung war etwas umständlich heute. Dann verstand sie aber, bekam wieder das Lächeln ins Gesicht und schaute nach. Es war kein Problem, ich konnte drei tage verlängern. Dann wollte ich aber über den Preis verhandeln, da kam erst nur, ich könne auch später zahlen. Das wollte ich aber nicht, ich wollte gleich Nägel mit Köpfen machen. Ich sagte ihrem Sohn, das seine Mutter nun einen guten Preis für mich machen solle, wo ich doch noch drei Tage bleibe. Sie nickte und gab mir zu verstehen, dass sie 25,-€ pro tag haben wolle, ich überlegte und bot ihr dann 250 Dirham pro Tag und hielt gleich das Geld hin. Sie überlegte kurz nahm das Geld und war einverstanden. Das ich so nochmal durch den Umtausch Geld gespart habe, hat mich natürlich gefreut und sie bestimmt etwas geärgert. Der Preis ist aber immer noch für beide Seiten in Ordnung. Ich zahle so nun ab morgen einen Preis von 21,93€ pro Tag. Bei Booking Com wären es 30,-€ gewesen. Dann habe ich mich mit einem Kaffee auf die Dachterrasse gesetzt und den Ausblick genossen. Heute war es etwas windig wie ich als Norddeutscher sage, andere hätten gesagt es stürmt. Genauso muß es sein um am Meer spazieren zu gehen. Mal so richtig dem blanken Hans die Stirn bieten und sich richtig durchpusten lassen. Es war absolut herrlich. Einige verrückte Surfer drehten auch mit ihren Brettern ein paar Kurven und flogen dann nachdem sie über die Welle rüber waren einige Meter durch die Luft. Di Geschwindigkeit die sie erreichten war schon erstaunlich. Aber am meisten hat mich eine Kitesurferin beeindruckt. Sie hatte vielleicht ein Gewicht von 60 kg, mehr aber bestimmt nicht. Der Schirm an dem sie ja auch mit ihrem Haltegurt befestigt war zog sie bei mancher Böe einfach mit. Sie mußte richtig kämpfen um den Schirm so am Strand schon halten zu können. Dann ging es aufs Wasser und dort hatte sie dann eine Geschwindigkeit drauf die mega beeindruckend war. Über die Wellen machte sie dann Sprünge und flog bestimmt 20-30 Meter weit.b und zu ging sie dann unter, der Schirm ging auch ins Wasser, blähte sich dann wieder auf und sie kam wie Phönix aus der Asche wieder hoch und raste wieder über den Atlantik. Mir taten die Knochen eigentlich schon vom zusehen weh und ich fragte mich, wo denn diese leichte mittelgroße Frau die Power her nimmt um die ganze Zeit den Naturgewalten zu trotzen. Irgendwann war ihr Brett nach einem Untergang verschwunden. Sie mußte wirklich sehr gegen den starken Wind kämpfen der sie immer wieder in andere Richtungen zog als sie eigentlich wollte. Das Brett war aber lange Zeit nicht in Sicht, sie hielt den Schirm aber immer noch und stand draußen im Meer, schaute wo denn ihr Brett ist. Dann zeigte die Surfer gute 200m entfernt von ihr, dass das Brett dort angekommen sei. Ich traute meinen Augen nicht, was ich dann zu sehen bekam. Das Wasser an der Stelle wo sie eben noch stand war vielleicht 50 cm tief, für sie aber scheinbar tief genug. Sie drehte den Gleitschirm in den Wind und ließ sich an ihm hängend einfach über das Wasser ziehen, bis zu den Surfern. Wer jetzt glaubt, sie hätte dann aufgehört, nein sie machte immer noch weiter. Selten, dass ich soviel Bewunderung für jemanden gehabt habe, aber diese Frau war absolut durchtrainiert. Mittlerweile haben ihr bestimmt 20 Leute bei dem Treiben zugesehen und alle waren fasziniert. Wenn ich hier am Strand mit dem Wind gegangen bin, mußte ich gelegentlich aufpassen, dass ich nicht das Laufen anfange, so doll hat es gestürmt. Gegen den Wind gehen erforderte schon eine richtige Anstrengung. Begeistert von der Leistung der Kitesurferin und der tollen Lage hier von Essaouira ging ich in die Straßen meiner Unterkunft. Ich wollte mich dort ein wenig umschauen und ein Stück Kuchen kaufen, denn den können sie wirklich gut machen in Marokko. Ich habe dann t sächlich wenige Häuser neben meiner Unterkunft tatsächlich auch noch eine Patisserie gefunden und mir etwas gekauft. So nun aber ab nach Hause einen schönen Kaffee kochen und Kuchen mampfen. Die Rechnung hatte ich aber ohne meine Wirtin gemacht. Es ist Freitag und wie jeden Freitag gibt es in Marokko bei den Familien CousCous. Ich kam im Treppenhaus hoch, sie hört mich und bat mich einen kleinen Moment zu warten. Ihr Mann lag zufrieden auf der Couch und sah fern, er winkte mir wie oft freundlich zu. Dann kam sie auch schon mit einer kleinen CousCous Tajine und sagte die sei für mich, ich solle sie mir schmecken lassen. Diese Menschen hier, egal aus welchen Beweggründen vielleicht manchmal gehandelt, überraschen mich immer wieder. Ich habe mich sehr gefreut über die Tajine und dieses auch gleich sehr deutlich an der Tür bei ihr gezeigt.  Ich hatte schon einmal CousCous gegessen, dieses war total anders zurecht gemacht. Es war, wie fast alles hier in Marokko, ein Hochgenuß. Natürlich habe ich heute aufgegessen. Die Tajine ordentlich abgewaschen und mit allen erdenklichen Dankesbekundungen bei ihr abgeliefert. Heute bin ich genau 12 Wochen unterwegs und habe um und bei 14700 Kilometer zurückgelegt. Dafür habe ich 805 Liter Benzin verbraucht, ergibt einen Schnitt von 5,48 Liter/100km. Öl habe ich seit der letzten Inspektion vorgestern erstmals einen knappen halben Liter nachgefüllt, auf über 10000 km. Die Maschine hat jetzt knapp 95000km gelaufen, da bin ich mit allen Verbräuchen voll einverstanden. Die Kosten der Reise sind im Moment bei ca. 50€/Tag angekommen. Laufende Kosten wie Reifen und Inspektion der Maschine sind nicht eingerechnet. Wenn ich nur allein unterwegs gewesen wäre würden die Kosten etwas höher liegen, weil so ja die Unterkunft eine Zeit, durch zwei geteilt wurde. 

 

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