24.01.2018 bis 28.01.2018 Sidi Ifni bis Sidi R`Bat

24.01.2018 // So, nach dem gestrigen langen Ausflug lasse ich es heute etwas entspannter angehen. Ich bummele etwas erstmal zum Strand hinunter und gehe dann Richtung Norden um dort später in die Stadt zu kommen. Der Atlantik ist hier in seiner ganzen Kraft zu erleben. Die Wellen hier, wenn man sonst nur das Geplätscher von Nordsee und Ostsee kennt, sind dagegen richtige Wellen. Man spürt förmlich die riesige Kraft des Wassers. Der Lärm, bzw. das Getöse der Wellen ist recht laut und nervt zu Weilen sogar. Der Lautstärkepegel nimmt überhaupt nicht ab. Viele sagen immer, oh schön das Wellenrauschen muß so schön sein, auf Dauer finde ich es sogar unangenehm. Irgendwann hatte ich am Strand das Gefühl, dass es dunkel wird über mir. Mein Gefühl hatte nicht getäuscht, es war ein riesiger Schatten der über mich hinweg huschte. Gleitschirmflieger kamen hier von oben runtergeflogen. Zur Erklärung, der Strand liegt zwischen 30 und 50m tiefer als die Häuser. Später habe ich gesehen wo die oben im Ort abspringen und habe es mir etwas genauer angesehen.  Es war kaum zu fassen, was ich da beobachten konnte. Die Flieger stellten mit der Hilfe einiger Leute den Schirm aufrecht, der Wind kam vom Meer und blies ihn auf. Dann liefen sie los, teilweise mit Hilfe um den Schirm gegen den Wind ziehen zu können, sprangen kurz auf die Mauer dort oben und stürzten sich dann am Schirm hängend in die Tiefe. Manch einer brauchte auch einige versuche mehr. Ein Anderer kam noch auf die Mauer, fand dann aber den richtigen Absprung nicht und sprang dann zwar los, landete aber direkt vor der Mauer am Abhang und konnten gerade noch so den Schirm zusammen ziehen ohne den Hang hinab zu stürzen. Ein echtes Schauspiel, was sich hier dem Zuschauer und es waren einige, geboten hat. auch Ich habe mich entschieden noch eine Nacht länger zu bleiben und informiere Hossain, damit er alles dafür regelt. Natürlich hätte ich es auch selber gekonnt, aber er hat den Kontakt hergestellt und soll auch gern den Rest regeln. Er kam 15 Minute später sogar vorbei. Er sah grauenvoll aus, irgendwie muß er eine Zahnentzündung bekommen haben, seine rechte Wange war locker 5cm angeschwollen. Sprechen viel ihn sichtlich schwer. Zum Glück hatte ich IBU dabei und konnte dem armen Kerl wenigsten mit Schmerzmittel etwas Linderung verschaffen.

25.01.2018 // Mein erster Gang führte mich zum Hotel, wo mein Motorrad in der Tiefgarage stand. Erst bin ich runter und habe geschaut ob es noch unversehrt da steht. Dann bin ich zur Rezeption und habe dort Bescheid gesagt, dass ich noch eine Nacht länger bleiben will in der Garage. Es war eine andere Frau vor Ort, die mich mit großen Augen ansah, als ich sagte ich parke dort schon, wohne aber nicht hier. Zum Glück saß eine andere Frau, die beim Ersten Kontakt auch vor Ort war in der Nähe. Diese versuchte dann ihr zu erklären wie die Sache gelaufen ist. Die neue Frau an der Rezeption war völlig überfordert mit der Situation, so war es wohl noch nie gelaufen. Ich hatte die 15 Dirham für die weitere Nacht aber schon in der Hand, gab sie ihr und die Andere nickte zustimmend. Ich verabschiedete mich schnell mit einem freundlichen Merci und ging ganz schnell. Mir war es letztendlich egal, wie die alles später verrechnet haben oder in die eigen Tasche gesteckt haben, mein Motorrad stand eine weitere Nacht sicher in der Garage. Anschließend habe ich mit Friedel und Hossain noch Kaffee in der Stadt getrunken. Etwas später habe ich dann noch Kaktusöl gekauft, den Auftrag hatte ich aus der Heimat bekommen. Per Mail fragte ich im La Dune an, ob die Zimmer oder zelte frei haben für die nächsten zwei Tage. Ich wollte dort nochmals übernachten und mich im Ort dort mit Barbara und Andreas aus Dresden treffen. Die Antwortmail kam von Peter, einem Hamburger umgehend mit positiver Nachricht.

 

26.01.2018 // Ich frühstückte zuerst ging dann zur Tiefgarage und holte das Motorrad vor die Tür. Die Sachen waren schnell verstaut und mein erster Weg ging an die Zapfsäule. Danach ging es gleich zum Abschied ins übliche Cafe. Dieses Cafe war mein Lieblingsplatz, es war an einer Straßenkreuzung gelegen und  man hatte hier richtig viel zu sehen. Der Verkehr hier ist immer wieder ein modernes Abenteuer. Fußgänger bleiben bei grün stehen und gehen dann erst bei rot los. Andere schauen überhaupt nicht und laufen einfach los. Nun denn Friedel und Hossain hatte es auch geschafft und so konnten wir uns ordentlich verabschieden. Ich bedankte mich bei ihnen für die eine oder andere Info und Unterstützung und fuhr ab. Unterwegs sollte es einen Gleitschirmabflugplatz weit oberhalb der Küstenstraße geben, hier wollte ich zuerst hin. Friedel hatte mir gesagt, den kannst du nicht verfehlen, es steht auch ein Schild an der Straße und der Weg dort hoch ist deutlich am Hang erkennbar. Er hatte natürlich Recht, es war alles unübersehbar. Auch der ganze Himmel hing voller Gleitschirmflieger. Die starten hier am Hang Richtung Meer und steigen durch die Thermik gleich nach oben hoch. So können sie anschließend wieder hier landen ohne irgendwelche weiteren Hilfsmittel, ein tolles Schauspiel. Diesmal bin ich nicht über Tiznit gefahren sondern habe den Weg an der Küste eine ganze Zeit genommen und bin später parallel zwischen Hauptstraße und Küste nach Sidi R´Bat gefahren. Dort angekommen, habe ich mir nach einem Kaffee ein Zelt angeschaut und umgehend entschieden, ich nehme das Zimmer. Die Berberzelte sind toll und günstig, aber aufrecht stehen konnte ich nur in der Mitte. Das Bett war nur 25 cm hoch und auf dem Boden wollte ich nicht rumkrabbeln müssen. Ich bestellte Abdul wie aufgetragen Grüße von Barbara und Andreas, die heute aus Dresden wieder ankommen wollten. Abdul sagte ganz cool, die sind schon da. Ich habe in dem Moment so gedacht, gute Informationswege haben die hier. Als mir einer der Herren mein Zimmer dann gezeigt hatte, fragte ich ihn ob er denn Barbara und Andreas kennen würde und ob er wisse wo die wohnen! Etwas verwundert schaut er mich an, ich dachte im ersten Moment, er habe mich nicht verstanden. Er zeigte nach oben, da war aber auch mein Zimmer im obersten Stockwerk mit tollem Ausblick und sehr schöner Einrichtung. Ich war mit dem Zimmer einverstanden, folgte dem Herren die Treppe wieder runter, auch um meine Sachen zu holen, da winkte er mich hinter sich her. Wir gingen 15 Meter den Weg neben dem Gebäude hoch und er zeigte dahinter auf ein Auto welches ich schon kannte. Er sagte, das ist das Auto von Barbara und Andreas und das ist das Haus wo sie wohnen. Es war keine 10 Meter von meinem Hotel entfernt, Abdul wohnt auch hier oben auf der anderen Seite vom Platz und bekommt natürlich mit, wenn seine Nachbarn wieder da sind. Prima, ich bestelle Grüße und die sind Nachbarn. Ich weiß nicht was Abdul über meine Grüße gedacht hat.

Ich habe dann erstmal mein super tolles Zimmer bezogen und mich auf meine Terrasse mit schönem Ausblick gesetzt. Etwas später sah ich unten Barbara die gerade zum Joggen am Strand lief. Sie hat mich zum Abendessen bei den Beiden zu Hause eingeladen. Ich ging später hinüber und wir hatten einen sehr kurzweiligen Abend. Es gab Spagetti mit einer sehr sehr leckeren Soße, absolut klasse. Wir hatten uns wirklich sehr viel zu erzählen. Unter anderem haben Sabine und Barbara wahrscheinlich früher sogar Volleyball gegeneinander gespielt. Barbara hat früher ganz in der Nähe von Braunschweig gewohnt und Andreas sogar in Braunschweig mal gearbeitet. Viel Gesprächsstoff hat natürlich Marokko geboten. Ich bzw. wir hatten ja schon recht viel gesehen, aber wie sich herausstellte nur oberflächlich. Andreas möchte ich schon als Kenner des Landes südlich des Atlasgebirges bezeichnen. Er verfolgt seit langer Zeit ein Projekt, kulturelle Karten von Marokko zu erstellen. Mit der TU Dresden nimmt dieses Projekt nun auch Richtig Fahrt auf, so dass die ersten Karten wohl noch dieses Jahr erscheinen werden. Er hat außerdem eine tolle Homepage:
www.Marokko-erfahren.de
die ich nur jedem empfehlen kann. Hier findet man dann auch die Hinweise auf sein Heft:
GPS Waypoints,   mit vielen interessanten Punkten in Marokko. Das interessante an diesen Punkten sind die genauen Ortsangaben, die findet somit jeder. Ob nun jeder auch mit diesen Punkten etwas anfangen kann, bleibt jedem selber überlassen. Sicher ist, sie sind alle etwas Besonderes und haben eine Geschichte. Die Karte, die es bald gibt hat mit Sicherheit Informationen über Marokko, die es so noch von Niemandem gegeben hat. Ich bin sehr sicher, dass die Karten ein Erfolg werden.  



27.01.2018 //  Tagsüber habe ich zuerst einen Ausflug zu Fuß und dann mit dem Motorrad über Sandwege gemacht. Ich bin heute, an einem ganz besonderen Tag für Andreas, nochmals zum Abendessen eingeladen. Einfach toll was Barbara wieder gezaubert hat. Wir verbringen erneut einen sehr kurzweiligen Abend und ich komme erneut erst nach Mitternacht ins Bett. Andreas und Barbara haben mir von einer Gegend südlich Tafraout vorgeschwärmt, so dass ich erneut in dieses Gebiet reisen werde.

 

28.01.2018 // Nachdem Frühstück war ich nochmals bei Barbara und Andreas drüben. Wir waren nochmals verabredet um bei Tageslicht auf die Karten zu schauen. Dabei hat mir Andreas auch nochmal einen Plotterausdruck seiner zukünftigen Karte gezeigt, ich bin wirklich beeindruckt davon. Wir haben dann nochmals festgestellt, dass auf meiner Karte von Reise NowHow, 2017 Ausgabe; viele Straßen nicht vorhanden sind und sehr viele Straßenbeläge falsch angezeigt sind. Trotzdem bin ich mit der Karte und Navi bisher gut klar gekommen. An dieser Stelle möchte ich mich bei Barbara und Andreas mal ganz herzlich für die sehr nette Betreuung und Versorgung bedanken. Wir bleiben in Verbindung und wer die Homepage nicht mitbekommen hat, hier ist sie nochmal.
www.Marokko-erfahren.de
Morgen fahre ich vom La Dune, an dem im Übrigen ein Hamburger beteiligt ist, wieder weiter. Das La Dune in Sidi R´Bat (www.ladune.de) ist für alle Reisenden empfehlenswert, außer man sucht HalliGalli. Wohnmobile können genau gegenüber vom La Dune stehen oder weiter runter fahren bis oberhalb vom Strand mit freiem Blick aufs Meer. Die Frauen in der Küche kochen hervorragendes Essen, sehr empfehlenswert.

Leider ist das Netz die letzten Tage so schlecht, dass ich nichts hochgeladen bekomme, daher nur alles in Kurzform, da ich es übers Handy hoch lade. Bilder folgen hoffentlich später.

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