23.02.2019 Aufenthalt in Cassino südl. Rio Grande

Es ist Wochenende und so lasse ich es heute ganz ruhig angehen. Zuerst werden alle Chats bedient und es mußten Geburtstagsgrüße zu Ingrid, es ist der ??zigste; per Skype übermittelt werden. Ja, so einfach kann es sein. Da sitzt man in Brasilien und telefoniert mit Deutschland, für ganze 0,02€ die Minute. Unglaublich, wenn man sich überlegt was uns die Anbieter in Deutschland teilweise abknöpfen wollen, wenn wir ins Ausland telefonieren. Dann habe ich erneut die Tagesplanung betrachtet und schon mal Verbindung mit dem Agenten in Santiago aufgenommen, der mein Moped in Valparaiso dann abfertigen soll. So steht der 11.03.2019 nun relativ fest, als Abgabetermin. Evtl. fahre ich auch gleich mit ihm nach Santiago de Chile, dann habe ich die Reise auch gleich hinter mir. 
Gestern hatte ich keinen Spaß mehr den Blog zu schreiben, so mußte ich heute ran.  Nachmittags war es dann mal etwas bedeckt, da habe ich die Chance gleich ergriffen und bin in den Atlantik gesprungen. Es ist echt eine Menge los hier am Strand. So weit das Auge sehen kann nur Menschen. Alle haben ihre Klappstühle und teilweise die Sonnenschirme dabei. Teilweise sitzen sie mit ihren Stühlen einfach im niedrigen Wasser und lassen die Beine immer wieder von den Wellen umspülen. Ab und zu kommt dann auch mal eine größere Welle, dann wird auch der Rest wieder naß. Der Mate-Tee-Becher wird dann einfach hochgehalten und mehr haben sie nicht dabei, im Wasser sitzend. Am erstaunlichsten ist was alles in einen Bikini paßt oder gesteckt wird. Bilder habe ich keine gemacht, ich wußte nicht wo ich die Kamera oder das Handy sicher verstauen sollte. Meinen Rucksack, mit der Bekleidung und Brille sowie etwas Geld, habe ich wenn ich ins Wasser gegangen bin, bei den Rettungsschwimmern an den Turm gehängt. Die habe ich gefragt ob sie so lange auch darauf ein Auge haben können. Sofort kam die Frage woher, wie und wohin. So kam die übliche Erklärung der Reise. Die Jungs freuten sich, dass sie einem Gringo helfen konnten und ich brauchte mir nicht so viel Sorgen um meine Brille und die Sachen zu machen. Denn nur den Rucksack, mit Handtuch, hier an den Strand legen, dann kann ich es auch gleich abschreiben. Ich wollte zumindest keine Möglichkeit bieten, einfach dran zu kommen.
Irgendwie fühlte ich mich auch immer von allen angestarrt. Ich dachte am Anfang, vielleicht liegt es an meiner merkwürdigen Farbgebung. Kopf und Arme bis etwas oberhalb der Ellenbogen gut gebräunt, die Füße und Beine bis Mitte der Oberschenkel in einem sanften minimal gebräuntem Zustand und der Rest fast schneeweiß. Irgendwann habe ich mir dann einen Calpirinia geholt und mir das Geschehen am Strand aus der Position des Beobachters angesehen. Nicht nur , dass ich wohl der Einzige war mit dieser Farbmischung der Haut, nein, ich schien auch der einzige Mann hier mit Körperbehaarung zu sein. Alles was hier rumlief war glatt wie Echse, wie eine alte Freundin aus Syrien immer zu sagen pflegte. Aber es war mir spätestens nach dem Calpi egal, denn so wie die hier alle rumlaufen, da kann ich mir noch nen Puschel an den Popo kleben und sehe fast immer noch besser aus als die Masse. Ja, es gab auch Ausnahmen, wenige aber es gab sie. 
Stunden später nahm ich dann das Moped, zu Fuß wäre es bei den Temperaturen viel zu warm gewesen und bin in den Ort hinein gefahren. Ich traute meinen Augen erst nicht.  Hier haben die in vielen Orten jeweils zwei Fahrspuren in jede Richtung und in den Städten teilweise auch mit einem !0-20 Meter breitem Grünstreifen mit Bäumen drauf. Dort saßen unzählig viele Menschen, wieder mit ihren Klappstühlen wie am Strand. Auch hier tranken sie ihren Matetee und beobachteten das Geschehen um sie herum. Hier und da spielten einige Musiker. Ich besuchte heute den Pub „Open Garage“, der mir gestern schon empfohlen wurde. Es war erst kurz nach 21:00 Uhr und zum Glück noch nicht ganz so viel los. Mangels Parkplatz habe ich mein Motorrad einfach auf den breiten gefliesten Streifen direkt neben dem Gebäude gestellt. Ich fand, so gehörte das Moped dort hin und stand relativ sicher. Beim Betreten fragte ich aber nach, ob es in Ordnung sei, dort zu stehen. Der Türsteher dachte erst ich wäre mit dem Fahrrad gekommen und meinte ich müsse es unbedingt abschließen. Da hielt ich den Helm hoch, den hatte er noch nicht sehen können. Er sagte laß uns mal sehen, befand meinen Parkplatz aber für gut und ließ mich hinein. Er sprach englisch und kümmerte sich sofort um mich. Ich fragte ihn ob es auch etwas zu essen gibt und er holte sofort die Karte. Ich habe mich für Entrecote entschieden, seine Empfehlung. Es war ein hervorragendes Stück Fleisch mit Kartoffelecken und etwas Salat. Ich hatte extra drum gebeten nicht so viele Kartoffelecken zu bekommen, weil die sonst immer Berge an Reis und Pommes hier auf die Teller machen. Wenn so ein überfüllter Teller oder auch ein separater Teller, mit so vielen Pommes vor mir steht, bin ich schon vorher satt. Hier paßte alles und ich war rundum glücklich. Gegen 22:00 Uhr gab es dann Live-Musik von einer Band. Die spielten Stücke aus den 80zigern und 90zigern. So spielten sie Genesis und Tina Turner und vieles mehr aus dieser Zeit. Nach gut einer Stunde dröhnten mir aber die Ohren und ich fuhr wieder in meine Unterkunft. Die Stadt war noch total voller Menschen und die Musik dröhnte noch bis nach 01:00 Uhr zur Unterkunft herüber. Ja, hier herrscht ein anders Lebensgefühl. Wenn ich ins Bett gehe, ziehen die hier erst los, mit Kind und Kegel. 

Bilder gibt es heute mal keine!

Ein Gedanke zu „23.02.2019 Aufenthalt in Cassino südl. Rio Grande“

  1. „Geburtstagsgrüße zu Ingrid, es ist der ??zigste; per Skype übermittelt werden.“
    Vielen lieben Dank Micha für Deinen Anruf und der Rücksichtname bezüglich meines Alters *grins* Super klare Verbindung über Skype, hätte ich nicht gedacht. Jochen hat seinen „Job“ übrigens brav erledigt 😉

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