19.07.2017 Rückfahrt in die Heimat

Die Sonne scheint und wir packen unsere Sachen zusammen. Einen Großteil hatten wir gestern Abend schont wieder verstaut. Die Hütte wurde nochmal durchgefegt und kontrolliert und dann der Schlüssel abgegeben. Wir bedankten uns bei den holländischen Betreibern recht herzlich und traten die 60  km nach Kristiansand an. Gegen Mittag waren wir dort und schauten als erstes wo denn der Hafen ist. da wir noch reichlich früh waren fuhren wir noch in das Zentrum von Kristiansand. Eigentlich wollten wir irgendwo am Wasser einen Kaffee trinken, aber nach einer kleinen Irrfahrt durch Wohnblöcke, die am Wasser standen, fuhren wir ins Zentrum. Recht schnell haben wir hier auch ein Cafe gesehen und sogar einen extra für Motorräder ausgewiesenen Parkplatz gefunden.

Kaffee und Kuchen waren wieder ein Gedicht. Der Kuchen hier in Norwegen etwas süß, aber so köstlich. Wir trödelten noch etwas durch die Füßgängerzone und fuhren pünktlich zu 13:30 Uhr wieder in den Hafen. da wir ja gebucht hatten war alles schnell erledigt. Wir stellten uns in die zugewiesene reihe und warteten. Hier kamen wir noch mit diversen Motorradfahrern aus einigen Ländern ins Gespräch. Ein Belgier erzählte uns, dass er schon seit heute Morgen wartet, ein paar Deutsche ebenfalls. Die hatten sogar Tickets und wurden trotzdem nicht mitgenommen, da hatte wohl jemand vom Fährpersonal etwas falsch gemacht. scheinbar kommt es öfter vor, dass man trotz Buchung und Tickets nicht mitkommt. Den Beiden Deutschen hatte man angeboten, das Geld zu erstatten damit sie bei der anderen Fähre versuchen können mitzukommen. Das Zeitfenster dafür war ihnen aber zu knapp, so dass sie lieber auf diese Fähre warten wollten. So fuhren die Beiden in die Stadt zum Bummeln. Als sie wieder zu den Motorrädern kamen ahtten sie jeder ein gelbes Band am Lenker, keine Werbung. Die Politessen hatten ihnen jedem einen Strafzettel verpaßt. Auf diesem Klebestreifen war die IBAN das Aktenzeichen und alles zum Überweisen vermerkt. Und nun kommts, für falsches Parken mit dem Motorrad ohne jegliche Behinderung durfte jeder 109,-Euro Strafe zahlen. Sie haben uns die Zettel gezeigt, unvorstellbar. Wir mußten überhaupt nichts zahlen auf dem ausgewiesenen Parkplatz. Ich war froh, denn auch ich hätte mich irgendwo einfach hingestellt.

Die Fähre kam leider später, so dass wir erst gegen 17:00 Uhr in Hirtshals angekommen sind. Der Seegang war zum Glück kaum spürbar, so dass auch ich die Überfahrt problemlos überstanden habe. Bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir Richtung Heimat. Ungefähr 280 km vor Neumünster haben wir dann noch Pause gemacht und ordentlich etwas gegessen. Am Horizont sah der Himmel nicht ganz so toll aus. Ich fragte per Chat bei meinem Freund Uli nach dem Wetter in Hannover an. Er schrieb, hier geht gerade die Welt wieder unter. Ich sagte zu Sabine, da müssen wir zusehen, dass wir nach Neumünster kommen, das Wetter wird schlecht. Kurz vor der Raststätte Hüttener Berge fuhr Sabine auf einen Parplatz. Wir füllten die zwei Liter Benzin die für den Kocher gedacht waren in ihren Tank, denn laut Anzeige war ihr Tank schon leer. Die zwei Liter haben nichts an der Anzeige verändert, so dass wir auch noch an die Raststätte zum Tanken gefahren sind. es gingen irgendwas bei 19 Liter in den 21 Liter Tank, also war es die richtige Entscheidung hier nochmal zu tanken. Kurz vor der Tankstelle fing auch endlich mal wieder der Regen an. Als wir fertig waren mit Tanken zog Sabine gleich wieder das Regenzeug an. Hätte ich trotz der nur noch 58 Kilometer bis nach Hause auch machen sollen. Als wir wieder losfuhren  regnete es schon recht heftig, dieses wurde dann zu Starkregen mit Blitz und Donner. Über die Kanalbrücke bei Rendsburg konnte ich die Fahrbahn nur noch erahnen. Wir fuhren nur noch mit ca. 40 km/h, die Gischt der Autos kam noch zu dem Regen dazu. Ich merkte wie langsam vom Hals her Wasser nach drinnen lief. Mein Visier hatte nicht nur außen sondern auch drinnen schon erhebliche Tropfen dran, die Brille ebenso. Auf höhe Neumünster Nord wurde es total warm und drückend, so dass nun auch noch das Visier und die Brille beschlagen sind. Ich öffnete das Visier, zog die Brille etwas runter, so dass ich darüber wegsehen konnte. Die letzten Kilometer waren echt die Hölle, aber es hätte auch nichts mehr geholfen wenn wir angehalten hätten, es regnete bis zum nächsten Morgen durch. Um 23:00 Uhr fuhren wir bei extremen Starkregen auf den überfluteten Platz vor meiner Garage. Tor auf, die Mopeds schnell rein, nur das Wichtigste mit rauf in die Wohnung. Das waren heute 543km.

An diesen Punkten waren wir überall!

Wir hatten viel Regen diesen Urlaub, auch heftigen Regen, aber was wir da zum Schluß noch abbekommen haben war wirklich heftigst. Heil und gesund sind wir zu Hause angekommen, hatten keine Panne, keinen Unfall und sprechen noch miteinander, was will man mehr!  

Gereist sind wir 21 Tage, vom 29.06.2017 bis zum 19.07.2017 !
Gefahren sind wir 8503km und wegen der weiteren Anreise 9106km!
Getankt haben wir 29 und 31 Mal.!
Kosten pro Person ca. 1700€, ohne Verschleißkosten wie Reifen usw.!

 

Seit Anfang November 2015 bis heute sind Sabine und ich schon mehr als 30000 Kilometer mit dem Motorrad zusammen unterwegs gewesen. Mal sehen welches Abenteuer wir als Nächstes aussuchen.

 

The END

 

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