16.12.2018 Aufenthalt Carhuaz bzw. Rundfahrt durch den Nationalpark Huaraz

Eda unsere Vermieterin , eine Seele von Mensch hatte uns ein leckeres Frühstück gezaubert. Ihr löslicher Kaffee schmeckte hervorragend gegenüber der Plörre die wir sonst so vorgesetzt bekommen. Danach machten wir uns auf den Weg über die 107 ins Gebirge, bzw. den Nationalpark. Dann wollten wir über die Verbindung 105 zur 106 um dann ggf. über Yanama wieder zurück zu fahren. Das erste Teilstück der 107 ging ganz gut. Wir bezahlten an der Schranke 60 SOL, ca. 16 € Eintritt in den Nationalpark. Es ging dann hoch bis auf 3750 m üNN. ! Es folgte ein Tunnel und schon waren wir uf der anderen Seite. Es ging erheblich bergab. Irgendwann war dann der Asphalt zu Ende und wenig später haben wir den Bodenkontakt im Schlamm gehabt. Zum Glück waren wir sehr langsam, so daß uns nichts passiert ist. Den Zusatzscheinwerfer links hat es aber abgerissen, die Grundplatte vom Tankrucksack hat es auch nicht schadlos überstanden. Der linke Spiegel war nur nach hinten geklappt. Es war schon gut, dass wir die Regensachen an hatten. So konnten wir wenige Kilometer den Schlamm im Bach einfach mit dem Lappen abwischen. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt immer noch die Hoffnung, dass die 106 als Straße wieder geteert sein würde. Eine Stunde später war die Enttäuschung schon recht groß, als diese dann auch nur Schotter war. Spuren ab es her allerdings nur noch wenige. Als uns dann eine Ambulanz fast über den Haufen gefahren hat, wußten wir, auch hier gibt es noch Verkehr, zum Glück. Der Weg allein nur für eine Person wäre schon genug Herausforderung gewesen. Wir waren zu zweit und zum Glück ohne Gepäck. Viele wären diesen Weg nicht mal allein gefahren, aber es half nichts. Auf einem Schild stand Yanama 22 km und ich schaute alle paar Meter auf den Kilometerzähler bis wir endlich in Yanama angekommen waren. Feste Straße, wir hielten erstmal an und atmeten durch. Im Ort trafen wir auf andere Motorradreisende, es waren wohl ungefähr vier oder fünf mit drei Maschinen. Wir hielten kurz an, sie fragten wo wir denn noch hin wollen. Ich erzählte was hinter uns lag und sagte wo es hingehen soll. Riesige Augen schauten uns an. Einer meinte man könne heute diesen Weg nicht mehr schaffen. Es waren knapp 90 Kilometer noch Schotterpiste. Mein Navi versprach mir, uns bis 16:35 Uhr ans Ziel zu bringen. So fragte ich leider nicht mal woher sie waren sondern zog es vor, schnell weiter zu fahren. Die anderen Mopedfahrer meinten sie hätten gut 5 Stunden gebraucht. Mein Navi sagte 1,5 Stunden ich gab eine gute Stunde drauf und dachte, es müsse noch im Hellen zu schaffen sein. Unsere Hoffnung auf geteerte Straße hatten sie uns ja nun schon genommen. Anfangs dachte wir auch was wollen die bloß morgen machen, wenn sie von Yanama weiter fahren wollen, die Straße war wesentlich schlechter als der Anfang von Yanama Richtung Hauptstraße. Wenig später war sie aber genauso schlecht wie unsere zuvor, sie hatten tatsächlich recht. Immer wieder schaute ich auf die Anzeige vom Navi, erst stand dort 16:35 Uhr. Es wurde dann 17:10, 17:35, bis dann 18:25 Uhr als tatsächliche Endzeit feststand. Kurz vor Ende der 106 meinte das Navi es nochmal richtig gut mit uns. Irgendwie hatte es wohl berechnet, eine Weg sei schneller und holte uns von der Hauptschotterstraße auf einen holprigen mini Feldweg, der sich in Serpentinen in den Ort hinunter schraubte. Es war ein grauenvoller Weg. Unten angekommen waren es dann nur noch 28 Kilometer bis zur Unterkunft auf geteerter Straße. Eigentlich wollten wir gleich etwas essen fahren und dann erst zur Unterkunft. Da es mit meinem Telefon aber nicht klappte unsere Vermieterin anzurufen, dort wollten wir zwischen 16-17:00 Uhr eigentlich wieder vor der Tür stehen, fuhren wir zur Unterkunft zurück. Eda war heil froh uns wohlbehalten wieder zu sehen. Wir entschuldigten uns bei ihr und fragten nach einem Restaurant in der Nähe. Kopfschütteln war die Antwort. Wenn müssen wir wieder 2 Kilometer in den Ort fahren, hier fußläufig gab es nichts. Wir hatten ungefähr 300 m entfernt noch einen Verkaufsstand gesehen und wollten diesen eigentlich aufsuchen. Da fragte Eda was wir denn in einem Supermarkt, danach hatten wir auch gefragt, denn kaufen wollen. Sie hätte noch Hühnchen da und Kartoffeln, bzw. selbstgemachte Pommes hätte sie auch noch. Da viel uns eine Antwort scher und wir nahmen dankend an. Ich lief noch drei Häuser weiter und holte zwei Bier dazu. Eda machte uns zwei sehr leckere Hähnchenschnitzel mit selbstgemachten Pommes. Anschließend zeigte wir ihr noch ein paar Bilder des Tages und verständigten uns mit allen Hilfsmitteln, denn hier wird wieder mit Akzent gesprochen. Zum Glück hatte sie ja gesagt, was wir denn im Supermarkt kaufen wollen, sie hätte doch alles da, so konnte ich mit ehrfürchtiger Dankbarkeit, Eda überzeugen zumindest den Wareneinsatz zu bezahlen. Sie wollte überhaupt nicht, aber als ich ihr dann erklärte wie grandios sie uns schon am Tag zuvor versorgt hatte und nun heute nach 8 Stunden auf dem Moped vor dem verhungern gerettet hat, stimmte sie dann zu. Wir waren überglücklich über diese Versorgung und bedankten uns sehr bei Eda. Eine tolle Gastgeberin mit dem Herzen am richtigen Fleck. Nun ist es schon wieder 22:30 Uhr und ich muß noch schnell Bilder fertig aussuchen, damit wir bei nächster Gelegenheit alle wieder hochladen können. Insgesamt waren es an die 240 km davon knappe 140 absolut Offroad. Für uns Beide ohne Gepäck haben die Dämpfer heute gut gearbeitet.

Kurven ohne Ende, noch auf guter Straße!
So schnell konnten wir gar nicht schauen, wie wir im Matsch gelegen haben. Die Maschine rutschte einfach stumpf zur Seite.

Tolle Aussichten, wenn nur der Rückweg nicht so weit und die Uhr so schnell wäre.

 


 

In welcher Einöde hier Menschen leben.

 

 

Endlich oben, die Paßhöhe muß um die 5000 m üNN. gewesen sein.
Kurven ohne festen Belag mit Spurrillen und Löchern sowie Absätzen ohne Ende. Aber auch hier fahren Autos. Nicht immer geht alles gut. Die Kreuze am Wegesrand sprechen eine andere Sprache.


 

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