13.01.2019 Von Humahuaca nach SanPedro de Atacama

Geplant war eigentlich nur bis Susque zu fahren, aber da war überhaupt nichts außer stinkender Luft. So entschieden wir uns bis zu dem Hotel außerhalb zu fahren. Dort war aber auch nichts los. So haben wir dort im Restaurant nur gegessen und sind gestärkt bis nach San Pedro de Atacama durchgefahren, so viel schon mal vorab. 
Die Landschaft die sich uns schon von Humahuaca geboten hat war echt grandios. Diese Farbenvielfalt sieht man sonst glaube ich nirgendwo. Der Straßenverlauf auf der RA 52 war dann genauso grandios wie die Landschaft. Wir schraubten uns Kurve über Kurve in die Höhe. Später kam eine Lagune nach der anderen dazu. Ich habe sie nicht gezählt, so viele waren es letztendlich. Wie oben schon beschrieben, wollten wir in Susque bleiben, damit wir nicht wieder so viele Kilometer am Stück abreißen müssen. Leider hat es dort so doll nach Kloake gestunken, dass ein Verweilen an diesem Ort nicht möglich war. Außerdem hatten wir es gerade mal 13:00 Uhr und mein Navi sagte 16:45 Uhr sollen wir ankommen. Die Grenze noch nicht eingerechnet. So gab ich Gas und wir kamen sehr gut voran. An einem der Salzseen hielten wir an und machten eine kleine Pause. Oft verlief die Straße hier mehrere Kilometer gerade aus. Irgendwann war dann eine Tankstelle auf der linken Seite und ich wollte zumindest noch 10 Liter dazu tanken, damit wir egal was kommt auf jeden Fall durchkommen. Nach dem Tanken fuhren wir kaum von der Tankstelle herunter, da kam auch schon die Grenze. Die Busse die ich vor dem Tanken alle hinter mir gelassen hatte, waren durch den langen Aufenthalt an der Tankstelle auf einmal wieder vor uns. So war die Grenzstation mit zwei großen Reisebussen und dem normalen Verkehr rappeldicke voll. Ein Grenzer erklärte uns, dass wir drinnen von Fenster/Nummer zu Fenster/Nummer gehen müssen. Wir stellten uns also brav an. Letztendlich ging es dann aber doch recht schnell, ca. 45 Minuten inkl. Gepäckkontrolle. Beim Grenzübertritt sagte das Navi, Ankunft um 17:45 Uhr. Ich nahm also den rechten Griff des Lenkers beherzt mit entsprechender Drehbewegung  in die Hand . Es ging sehr gut voran und so verringerte sich die Ankunftszeit auch. Es ging bis auf über 4800 m üNN. hinauf. Ich drehte das Gas bis zum Anschlag auf, aber mehr als 125 km/h waren teilweise dort oben nicht drin. Wir hatten fast Sturm dort oben. Das Moped hatte teilweise eine Schräglage wie in Patagonien. Ich mußte sogar mal bis in den vierten Gang runter schalten. Auf Höhe des großen Vulkans Licancaburca. 20 km vor San Pedro ging es nur noch bergab. Es ging fast immer nur gerade aus, bis wir gut 2300 m tiefer waren. Ankunftszeit in San Pedro war dann 17:00 Uhr. So hatte ich tatsächlich auf knapp 170 km 45 Minuten rausgefahren. Im Ort angekommen, bin ich prompt wieder in die Einbahnstraße wie vor drei Jahren. Also umdrehen und einen anderen Weg suchen. Das Reisebüro, welches wir suchten, haben wir nicht gefunden, aber unsere alte Unterkunft von damals. Leider machte dort niemand auf unser Klopfen hin auf. So stellten wir das Motorrad dort neben dem Tor einfach auf dem Fußweg ab. Wir gingen dann zu Fuß los, erstmal Geld holen. Ich fragte einen jungen Mann an einem Restaurant wo denn der nächste Geldautomat sei. Er sagte, der ist hier direkt hinten in der Ladenzeile. Und tatsächlich wir fanden ihn in dieser Aneinanderreihung von Geschäften und Bars. Leider bot der Automat nichts in englisch, so mußte ich tatsächlich einen Passanten fragen. Der war aber genau der Richtige und zeigte mir welche Tasten ich drücken mußte. So hiflos habe ich schon seit langer Zeit nicht mehr vor einem Geldautomaten gestanden. Aber die Vielfalt an Funktionen die hier möglich waren, war schon recht groß. Geld hatten wir nun schon mal. Das Motorrad stand fast in Sichtweite und Sabine erkannte, dass dort jemand im Tor zur Unterkunft stand. Also gingen wir schnell zurück und ich winkte schon aus der Entfernung, als der Mann in unsere Richtung schaute. Es war tatsächlich der Vermieter vom PuriLakti. Wir fragten ob er ein Zimmer für uns hat und ob wir ggf. das Motorrad für eine Mehrtagestour auch stehen lassen könnten. Er erinnerte sich sofort an uns, zeigte uns das Zimmer, welches noch frei war. Auch genehmigte er das Verbleiben des Motorrads inkl. Gepäck, über die Zeit, falls wir eine Mehrtagestour machen sollten. Somit hatten wir dann also auch eine Unterkunft. Nach dem Beziehen der Unterkunft ging es nun daran, eine Telefonkarte zu bekommen. Leider waren die Geschäfte hierfür  geschlossen, es war ja Sonntag. Nun versuchten wir unsere Tour nach unseren Vorstellungen zusammen zustellen. Das gestaltete sich recht schwierig. Den wir wollten nur bestimmte Lagunen sehen und nicht mehr bis Uyuni fahren. Denn die Kakteeninsel soll wegen des vielen Wassers im Moment gesperrt sein. Und mit Versuch und Irrtum wollten wir es nicht versuchen. Die Tour hätte dann drei Nächte und vier Tage gedauert, wobei der vierte Tag nur Rückkehr nach San Pedro gewesen wäre. Wir klapperten etliche Reisebüros ab. Gingen zwischen durch noch etwas essen und machten uns auf den Heimweg. Fast neben der Unterkunft fanden wir noch ein unscheinbares Risebüro. Dort war man sehr bemüht, hatte auch schon Leute für so eine Tour, es waren aber mit uns nur vier und somit eigentlich zu wenig. Es war inzwischen auch schon 22:20 Uhr und man versprach uns bis morgen Mittag 13:00 Uhr noch weitere Mitreisende zu  finden. Wir zahlten also den Preis schon mal komplett, mit der schriftlichen Zusage, wenn es nicht möglich ist, das komplette Geld zurück zu erhalten. Zum Schluß fragte ich dann noch, wo ich denn am besten am nächsten Tag eine Telefonkarte kaufen kann. Da fasste die Frau in eine Schublade, holte eine originalverpackte Claro Sim-Karte  heraus  und sagte bitte schön, die bekommen sie gratis von uns. So  hatten wir alle Sachen schon erledigt, die wir niemals gehofft hatten heute noch klären zu können.

 









Es ging teilweise über die Wolken.
Kurven ohne Ende!

Kilometer weit ging es hier gerade aus!

Hier machten wir Pause, mitten auf dem Salzsee.

Ein Salzsee mit Saline.
Unendliche Weiten wie schon so oft gesehen.

Wieder eine der unzähligen Lagunen.
Das Farbenspiel ist immer wieder sehr schön.
Der Vulkan Licancabur ist 5920 m hoch.

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