11.03.2019 Aufenthalt Santiago Tag 2

Nachtrag zum 10.03.2019
Gestern war es noch echt lustig. Wir haben gestern den Treffpunkt kurzfristig umgelegt und ich habe dann versucht per Uber ein Auto zu bestellen. Ich hatte irgendwo bei Uber gelesen, dass in einigen Orten ggf. auch Taxis kommen können. Ich orderte ein Fahrzeug, welches laut Karte nun auch vor mir stehen sollte, es war aber ein Taxi, das vor mir hielt und mir zuwinkte. Ich also hin und gefragt, ob er Mario sei, es kam ein ganz klares si Senior! So stieg ich ein, er fragte dann nochmal nach, wo es denn hingehen soll, ich gab ihm die Adresse. Dann ging die sehr zügige Fahrt durch Santiago los, ca. 4 km. Nach wenigen Minuten waren wir auch schon an der Stelle wo ich aussteigen und um die Ecke zu Fuß gehen konnte. Er zeigte aufs Taximeter und meinte ich solle mal eben 29000 Peso für die Fahrt zahlen. Ich hatte 4000 Peso in der Hand, laut Uber sollte die Fahrt 2900 Peso kosten. Ich sagte ihm, dass zahle ich garantiert nicht. Im selben Atemzug sagte ich ihm, er möge dann die Polizei dazu rufen, den Betrug würde ich nicht mitmachen. Er meinte dann, Tranquilo, nach dem Motto nun entspann Dich mal. Ich sagte ihm erneut, dass ich ihm nur 4000 Peso zahle ansonsten müsse er die Polizei holen, dass was er hier macht ist betrug. Er erzählte dann, er würde niemals für Uber fahren, dass macht kein Taxi in der Stadt. In diesem Moment kommt wie gerufen mein Schwager mit seiner Gruppe vorbei und grüßt mich per Handzeichen und macht auch noch Fotos. Plötzlich sagt der Fahrer, der nun auch die Türen wieder freigegeben hat, ich solle aussteigen, er wolle auch die 4000 Peso nicht. Ich wollte aber ordnungsgemäß bezahlen, dieses lehnte er aber vehement ab. So stieg ich ohne Bezahlung aus. Normalerweise hätte ich den Preis von 29000 bestimmt bezahlt, aber ich wußte von Arno, dass es denen vom Flugplatz zum Hotel ähnlich ergangen ist und die auch betrogen wurden beim Bezahlen. Nun gut, wieder etwas dazu gelernt, alle die auf Uber schwören, können dieses auch gern nutzen. Ich werde es garantiert nicht mehr nutzen. Das war der zweite Versuch, der erste war mit Ulli in Cartagena, der hat auch nicht funktioniert und nun dieses, irgendetwas machen wir da wohl verkehrt, aber so funktioniert es einfach nicht.
Mit Arno und seinen Mitreisenden war es dann ein sehr schöner Abend. Ich mußte natürlich erstmal von meiner Reise berichten, da die ab Morgen nach Valparaiso reisen und von dort am Mittwoch selber zu einer organisierten Tour starten. Anschließend verabschiedeten wir uns und ich machte mich auf den Heimweg, diesmal zu Fuß. Diese Taxisache ärgerte mich schon. Nach gut 100m zückte ich mein Handy um den Weg zu suchen, da ich nur grob die Richtung wußte. Es waren ungefähr  4 – 4,5 km. Mein Handy flackerte nochmal auf und ging stumpf aus, Akku alle.  Gut auf die Karte hatte ich schon oft gesehen und ging also wie ich es für richtig hielt gut 15 Minuten in die eine Richtung bog dann nach links ab, wieder 15 Minuten und bin dann wieder nach rechts abgebogen und einfach stumpf weitergegangen. Nach meinem  Gefühl müßte es eigentlich die richtige Richtung sein. Irgendwann sah ich dann links von mir wieder ein Flußbett und hoffte, dass es jenes ist, was ich eigentlich zur Orientierung suchte. An diesem Flußbett lief ich dann erstmal einige Zeit weiter und siehe da irgendwo am Horizont, sah ich dann ein Hochhaus mit einer blauen Beleuchtung oben drauf. Es mußte das Entelhochhaus sein, das direkt bei mir um die Ecke steht. Der Puls normalisierte sich langsam wieder. Ich war die ganze Zeit durch eine relativ dunklen Park gelaufen, wo überall homeless People rumlagen. Aber dieses erschien mir sicherer, denn hier geht sonst keiner durch. Glück gehabt es ist nichts passiert und ich bin nach einer guten Stunde zu Fuß, strammer Schritt, heil an der Unterkunft angekommen. Ich hatte nur den Namen der Unterkunft, aber keine Adresse. So kann es gehen wenn man sich nur auf die kleinen Helfer verläßt.

Heute klingelte der Wecker schon um 06:15 Uhr. Ich mußte um 09:00 Uhr am Warehouse kurz vor Valparaiso sein und wußte nicht wie lange ich morgens durch den Verkehr aus Valpo raus benötigen würde. Nach einem kleinem Frühstück ging es dann los. Ich bin gut durchgekommen und war auch kurz vor 09:00 Uhr am verabredeten Punkt. Kurz vorher hatte mich ein Auto überholt, dessen Fahrer schon recht auffällig zu mir rüber gesehen hatte. Ich drehte eine extra Runde an der Abfahrt durch den Kreisel, um sicher zu gehen, dass ich richtig bin. Dann kam ich zu dem Warehouse wie schon in 2016, dort stand der Autofahrer und winkte mir zu. Es war Ronny Tesch der Agent den intime hier vor Ort seit geraumer Zeit hat. Zu Ronny hatte ich zuvor schon mehrmals Kontakt für die Absprachen. Ronny ist auch der Mann, der meinem Kumpel Heribert die Maschine, nach dessen Ausrutscher zurück nach Deutschland geschickt hat und sich um alles gekümmert hat. Ein absolut genialer Service. Nun wickelten wir völlig entspannt die Sache mit dem sehr pingeligem Zoll ab. Ronny hatte zuvor schon gesagt, mach alle Koffer und Taschen auf, der schaut überall rein, hat er tatsächlich auch gemacht. Die Koffer blieben diesmal leider nicht an der Maschine, weil noch nicht klar war, ob der Platz im Container mit Koffern reichen würde. So wurden die erstmal daneben gestellt, in der Hoffnung, dass ich sie in Deutschland wieder sehe. Dann ging es kurz noch nach Valpo zum Notar. Der Herr am Schalter kannte Ronny schon und so zogen wir zwar auch eine Nummer, es ging dann aber sehr schnell und wir waren bald fertig und konnten nach Santiago zurück fahren. An dieser Stelle nochmal Lob und Anerkennung für die gute Organisation von Ronny. Nun steht das Moped im Warehouse und wartet auch den Abtransport.

Wie klein die Welt doch ist, einige Maschinen weiter stehen zwei ebenfalls mit Nummernschildern aus dem Kreis RD.
Dieses ist erstmal der Endkilometerstand in Valparaiso, somit bin ich über 20000 Kilometer auf dieser Reise gefahren.

Hier ist erstmal Schluß mit dem Blog. Zu Hause werde ich den Rest schreiben und den Epilog dazu verfassen.

Ich bedanke mich ausdrücklich bei allen die meinen Blog bisher  verfolgt haben und auch noch werden. Es waren Seit Juli 2018 bis heute 15229 Zugriffe auf den Blog, dass ist mehr als ich jemals gedacht hätte.

2 Gedanken zu „11.03.2019 Aufenthalt Santiago Tag 2“

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