11.01.2019 Von Tupiza nach Humahuaca

Um 06:00 Uhr klingelte schon mein Handy, ich war mit meiner Tochter verabredet. Sie war in meiner Wohnung und sichtete meine Post und wir besprachen was womit zu machen ist. Es gibt ja immer irgendwelche Rechnungen die eintrudeln wenn man unterwegs ist.  Um 07:00 Uhr war das nächste Telefonat an der Reihe. Diesmal war das Reisebüro Reiselust in Kiel dran. Ich hatte gestern Abend noch eine Mail dorthin zu dem Mitarbeiter Tayfun gesendet. Er sollte für mich eine Umbuchung meines Rückflugs prüfen. Ich habe mich gestern Abend entschieden noch bis Mitte März hier zu bleiben. Pünktlich wie angekündigt rief ich bei ihm an und er war schon tätig geworden und hatte mir Flügge herausgesucht. So buchte ich um auf den 13. März und kann direkt von Santiago de Chile nach Amsterdam fliegen, ohne in Sao Paulo umsteigen zu müssen. Das Umbuchen kostet zwar auch Geld, aber so kann ich wenigstens noch etwas hier bleiben, denn der Motorradtransport kostet das Gleiche, ob ich Ende Januar oder Mitte März das Motorrad abgebe. So fiel die Entscheidung, auch wie schon mal zuvor zu hause überlegt, recht einfach. An dieser Stelle möchte ich mich bei Tayfun recht herzlich bedanken, so einen unkomplizierten Service kann man sich nur wünschen.
Nach dem Frühstück habe ich erstmal das Motorrad aus der etwas entfernten Garage geholt. Um kurz nach 09:00 Uhr waren wir schon unterwegs. Die Strecke zur Grenze war eher unspektakulär. An der Grenze wurden wir auf der bolivianischen stumpf an den Autos vorbei gewunken. Da denke ich nicht lange nach und fahre. Vor einem Migrationshäuschen blieb ich stehen, holte meine Papiere raus und ging sofort zu einem freien Schalter. Dort fragte ich nach Migration por la Moto und bekam ein Si zu hören. Gut denke ich, gebe meine Papiere hin, gebe auch den Einreiseschein Bolivien vom Motorrad hin und die Papiere vom Motorrad. Wenige Minuten später bekomme ich einen argentinischen Mopedeinreiseschein und meinen Paß mit einem Einreisestempel für Argentinien zurück. Mit dem Einreiseschein vom Motorrad muß ich noch etwas weiter, dort wird wieder etwas in den Computer eingegeben. Ein Mann kommt mit raus, wir öffnen die Rolltaschen, er schaut hinein und unterschreibt den Zettel und stempelt ihn ab. Dann fragen wir ihn, ob wir nicht noch irgendeinen anderen Stempel von Bolivien brauchen? Er antwortet einfach nur mit listo, also fertig! Wir schauen uns einen Moment an und Sabine sagt so, nach Bolivien komme ich die nächsten Jahre nicht mehr, und fahren nach Argentinien rein. An den Geldautomaten stehen Schlangen mit bestimmt je 30 Leuten davor. Das dauert uns zu lange und so fahren wir zur Tankstelle und fragen ob wir auch mit der Visakarte zahlen können. Der Tankwart sagt, mit Visa kein Problem. Wir tanken und können nicht damit bezahlen. Nach der Frage wo man hier Geld tauschen kann, sagt er an der Grenze, das Motorrad müsse aber als Pfand stehen bleiben. Sabine machte sich sofort zur etwa 300m entfernten Grenze zum Geldtausch auf den Weg. Nach 10 Minuten kam sie erfolglos zurück, denn die Bank befindet sich auf bolivianischer Seite. Also wieder zum Tankwart und gefragt wie wir denn sonst bezahlen können. Dann wurde es doch mit bolivianischem Geld möglich gemacht, natürlich mit gehörigem Aufschlag. Danach brachen wir Richtung Humahuaca auf ohne Landeswährung. Benzin hatten wir ja nun genug und Geld tauschen wollten wir im nächsten Ort. Es kamen aber nur winzigste Orte ohne jegliche ersichtliche Infrastruktur. Aber dann kam ein Ort in dem es einen Marktplatz gab. Ich drehte um und wir fuhren auf den Rundweg um den Platz. Hier sahen wir tatsächlich 5 Personen vor einem Haus anstehen und ich hielt an. Es war eine Bank und ein Passant verriet mir, dass ich hier Geld mit der Visa-Karte bekomme. Also nichts wie anstellen. Wenig später hielten wir die Landeswährung, 8000 Peso in der Hand. Es war ein riesen Bündel, von 80 Scheinen a 100 Peso. Dann sagte Sabine so, wir reisen doch wieder nach Bolivien ein, ich schaute sie an, überlegte und auch bei mir fiel der Groschen. Natürlich müssen wir nach Bolivien rein, von San Pedro de Atacama mit dem Reiseveranstalter. Wenn wir da dann an der Grenze nicht reingelassen werden und mit mehreren Leuten im Auto sitzen wird es mehr als spannend oder ggf. sehr ärgerlich für uns. Die Witterung läßt es aber nicht zu gleich wieder zu, zurück zur Grenze zu fahren, so setzen wir unseren Weg nach Humahuaca fort. Die letzten 25 Kilometer schwitzen wir, denn der Himmel ist wieder total schwarz und es tröpfelt immer wieder. Ungefähr 5 Kilometer vor unserem Zielort kommen uns die Autos mit Scheibenwischer entgegen und die Straße wird total naß. Die Gischt der uns überholenden Autos ist mächtig, soviel Wasser steht hier auf der Straße. Wir kommen in Humahuaca an und werden vom Navi wieder mal tolle Wege geführt. Im Ort auf der Hauptstraße, die links und rechts an den Seiten höher als in der Mitte ist, kommt uns ein richtiger Bach entgegen. Das Navi sagt, wir müssen hier entlang. Ich halte dann irgendwann an, es  hier soll unsere Unterkunft sein. Sehen können wir sie nicht. Ich frage einen Passanten, der kennt das Hostel auch nicht. Sabine geht die Straße zurück und fragt dort. Die Wassertiefe hier in der Mitte der Fahrbahn betrug bestimmt 15-20 cm. Ich machte das Navibild weiter auf und siehe da, wir hätten vor 70m rechts ab gemußt. Mit diesem Ergebnis kam Sabine auch zurück. Ich fuhr die paar Meter einfach entgegen der Einbahnstraße zurück. Dort fanden wir dann tatsächlich unser Hostel. Die Unterkunft wurde bezogen und wir  wechselten dann gleich die Bremsbeläge der Hinterradbremse. Der innere Belag sah schon im eingebauten Zustand nicht mehr so gut aus. Im ausgebauten Zustand entpuppte er sich als leicht schräg abgenutzt. So hatte er hinten noch zwei Millimeter und vorn war er fast an der Verschleißgrenze. Ich hatte die Beläge  vor gut 30000 km erneuert und nun bauten wir  meine Ersatzbeläge ein. Es folgte nun der obligatorische Stadtrundgang. Etwas Verpflegung wurde auch schnell gefunden und einen leckeren Kaffee gab es auch. Dann gingen wir zur Unterkunft zurück. Wir haben uns entschieden die Unterkunft um einen Tag zu verlängern und morgen zur Grenze zurück zufahren um die Ausreisestempel zu bekommen. Doch leider ist unsere derzeitige  Unterkunft total ausgebucht. Also Jacke wieder an und zu Fuß los eine andere Unterkunft suchen, die auch einen Motorradparkplatz hat. Nach 10 Minuten haben wir die im Netz  ausgesuchte Unterkunft erreicht und können dort tatsächlich morgen übernachten und sogar um 09:00 Uhr schon unser Gepäck abstellen. Dann müssen wir dieses zumindest nicht nochmal mitschleppen und haben anschließend auch wieder ein festes Bett. Die Entscheidung zurück zufahren erscheint uns besser als später an der Grenze in der Atacama abgewiesen zu werden, schmecken tut es uns beiden nicht.

Das Treppenhaus in Tupiza!

Gewaltige Flußbetten
Teilweise unendliche Weiten!
Tolle Formationen!
Reklame eines Reifenhändlers an der Straße!

Gut gekleidet gehts zum Markt.
Wieder ein unfassbar breites Flußbett, hier kann man erahnen welche Wassermassen hier gelegentlich Platz finden müssen.
Bunte Berge gibt es hier viele.
Die Straße  geht heute manchmal sehr lange gerade aus.
Hier sieht man das schlechte Wetter aufziehen, wir hatten aber wieder Glück und sind trocken geblieben.
Ein Platz in Humahuaca.

 

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