09.12.2017 Belver nach (Moura) Loule

Ja, das Wetter war nicht ganz so toll, als ich die Vorhänge heute morgen aufgezogen habe. Es ist bedeckt und nebelig. Das Motorrad steht draußen und ist total naß. Die Straße sieht naß aus beim Beladen der Maschine. Nun denn, erstmal Frühstück mit Rührei und Speck, Wurst und Käse, halt so wie ich es auch mag. Danach 09:15 Uhr Abfahrt in die Tour Tag 4. Oben auf dem Berg, das Hotel lag tief unten am Tejo einem Fluß (der fließt bis Lissabon), war ich doch etwas enttäuscht. Ich hatte noch gehofft, der Nebel wäre hier oben weg, aber nein alles wie unten. Kein Stück blauer Himmel zusehen oder zu erahnen. Kurz hinter dem Ort ging es gleich auf Sandpiste, nicht schön zu fahren teilweise sehr aufgewühlt. Wenig später ein anderes Offroad Stück, ist auf einmal eine Absperrung mit Flatterband, mitten in der Pampa. Zusätzlich auch Schildchen, die mich zu der Vermutung veranlassen, hier könnte ggf. auch eine Rally durch gehen. Eine Ausweichmöglichkeit kann ich auch um die Kurve nicht finden, also gut 5km zurück zur festen Straße. Nach ungefähr 2 Minuten Fahrzeit, ich war gerade wieder heile durch zwei große Wasserlöcher gefahren, kommen mir doch tatsächlich auf den gerade mal 2,5m breiten Sandmatschweg ca. 30 Jeeps entgegen. Mit dem ersten klappt der sprachliche Kontakt nicht, der zweite winkt gleich ab und der dritte begrüßt mich mit guten Morgen, kommen sie aus Deutschland? Er hatte wohl meine Flagge vorn auf der Scheibe sofort erkannt. Wir unterhielten uns kurz und er sagte, kein Problem fahren sie einfach der Kolonne hinterher. Gesagt getan, wollte ich aber eigentlich nicht. Die ersten Wagen waren schon durch, da winkte mich einer dazwischen. Ich denke gut so, also den anderen hinterher bis zu der Stelle wo das Flatterband war. Dort sind die alle um die Kurve nach rechts, gerade aus bin ich unter dem Flatterband durch und ordentlich Gas gegeben. Bis zur nächsten festen Straße waren es hier entlang höchstens 2 km. So langsam wie die mit den Wagen hier durch gefahren sind konnten die mir also nicht entgegen kommen. So bin ich dann auch gut wieder auf der Straße angekommen. Das nächste Stück war dann wieder Südamerika pur. Der Weg mit gelblichem Sand und Kies schön festgefahren, ca, 4 m breit, richtig toll zu fahren.  Ja, ich bin zwischen 40 und 70km/h gefahren, dass war hier überhaupt kein Problem. Die Kurven immer etwas langsamer und dann wieder stehend mit 60-70 km/h. Da schaue ich in den Rückspiegel, man weiß ja nie und sehe ein Auto. Den lasse ich durch, der kennt den Weg der weiß was kommt und fahre anschließend hinter ihm noch gut 5 km her. Es regnet mittlerweile immer mal wieder etwas. Der Himmel da hinten sieht ganz böse aus, kurze Zeit später regnet es richtig. Wenige Kilometer weiter ist es wieder vorbei, aber überall auf den Seitenwegen steht Wasser. Hier scheint es schon mehr und heftiger geregnet zu haben. Eigentlich sollte morgen erst der Regen hier beginnen. Ich breche hier den Geländeteil ab und fahre auf direktem Weg nach Moura zum Zielpunkt des heutigen Tages. Es ist zwar richtig warm geworden 15°C, aber der Himmel sieht immer noch böse aus. Immer wieder kommen kleine, aber dann heftige Schauer runter. In der Wettervorhersage gestern Abend haben sie auch noch Sturm angekündigt. Da auch hier in Moura die Feldwege aufgeweicht sind breche ich die gesamte Tour hier ab. Schade, aber allein ist das Risiko einfach zu groß und ich will ja noch zwei Monate weiter unterwegs sein. In Moura kaufe ich noch schnell etwas zu Essen ein und und trinke beim Bäcker noch einen Kaffee. Dabei suche ich mir einen Ort in Küstennähe der aber auch Hotels hat und nicht nur Tourihochburgen mit 5 und mehr Stockwerken. In Loule finde ich dann das Loule Jardim Hotel für 40,-€ inkl. Frühstück, dass paßt. Das Navi zeigt 2 Stunden Fahrt an, das paßt auch also buchen. Die Fahrt geht erst noch ein ganzes Stück über die Landstraße. Rechts sehe ich irgendwann eine alte Eisenbahnbrücke und denke so, die könntest du auch schon mal gesehen haben. Gut 100 m weiter sehe ich dann den Platz an dem ich auf dem Weg von Sevilla nach Lissabon Pause gemacht habe. Hat mich meine Erinnerung nicht getäuscht, hier kreuzten sich tatsächlich die Wege. In Loule angekommen holte ich erstmal schnell einen Lappen aus dem Gepäck und wischte den dicksten Dreck von den Stiefeln. Ich ging hinein zur Rezeption und war erstmal erstaunt wie großzügig hier alles angelegt war. Ich hatte nur gelesen, Bewertung 9,0 und den Preis, meine Filter sollten passen und mehr überhaupt nicht angesehen. Ich wurde freundlichst begrüßt, die Reservierung war schnell gefunden, man erklärte mir wie ich zur Tiefgarage komme um mein Motorrad unterzustellen, das wäre im Preis natürlich enthalten. Weiterhin sagte man mir das auf meiner Etage im dritten Stock auch der Pool ist, von dem man einen wunderbaren Blick auf die Stadt und die Küste habe. Gut dachte ich für mich, deshalb die  Sterne über der Tür. Das Zimmer nett eingerichtet und der Blick vom Pool bzw. der Terrasse war wirklich schön, nur eine Wolke hatte sich zwischen mich und die Sonne gedrängelt, leider. 
Morgen geht es weiter Richtung letzte Bratwurst vor Amerika, also die Nähe von Sagres. Dort leben Karla und Jürgen, alte Bekannte und vermieten ein Apartment. Ja, es sind die Beiden, die früher auch auf unserem Bikertreffen in Neumünster waren und in Hamburg lebten. Ich habe vorhin kurz angerufen und gefragt, ob es überhaupt passt, weil es ja doch etwas kurzfristig ist. Glück gehabt, es sind noch keine neuen Gäste vor Ort, so dass ich erstmal einziehen kann. So werde ich morgen in aller Ruhe an der Küste entlang die letzten Sonnenstrahlen  genießen, denn auch hier wird es morgen Abend und Montag wohl Regen geben. Meine Ziele hier in Europa sind erstmal abgearbeitet, nun folgt die Erholungsphase. 

Statistik: 460 km, 13-19°C heute, ca. 300 km nasse Straße,

Ich bin ganz langsam durch die Wasserlöcher gefahren!
Viel besser habe ich auch nicht ausgesehen, aber hier kennt mich ja keiner! Bei der Ankunft in Loule war auch nicht mehr ganz so viel Dreck dran, auch Regen kann hilfreich sein!
Nasses Kopfsteinpflaster, ich liebe es darauf zu fahren.

Und endlich mal Bilder mit Störchen

In echt konnte man erkennen wie es da hinten geregnet hat.
Hier steht noch das Wasser vom letzten Schauer!
Schöne Aussicht bei 18°C,
Er ist geheizt, man könnte wenn man wollte!

2 Gedanken zu „09.12.2017 Belver nach (Moura) Loule“

  1. Wie schön, wieder nette Bilder! Die Temperaturen hören sich schon mal annehmbar an, fehlt nur noch (wieder) blauer Himmel und Sonne. Und deutlich besser als hier: 0 Grad und immer wieder mal Schnee! Die ACT war nur eine Zwischenetappe. Offroad kommt bestimmt noch viel mehr 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.