08.01.2016 Juli in Peru zum Tinajani Canyon

Es ging von Juli am Titikakasee zum Canyon von Tinajani über recht unkomplizierte Straßen. Unterwegs kamen wir an den Schilfabbaugebieten vorbei aus denen die bekannten Schilfboote gebaut werden. Die Landschaft war nicht aufregend. In Puno versorgten wir uns mit Geld, eine sehr schöne Stadt. Nebenbei sahen wir uns noch eine Inkastette an, leider nicht sehr interessant. Aber dann kam Juliaca, eine grauenvolle Stadt. Abgasgestank in unvorstellbaren Mengen und zur Krönung am Ende der Stadt Matsch und Schlaglöcher mit Wasser gefüllt bis zu 30 cm tief und mehr. Sabine und ich waren nach der Besichtigung der Inkastette einen etwas kürzeren Weg gefahren und somit vor Carsten und Kudret. Unser heutiges Ziel sollte eine Hosteria im Tinajani Canyon sein. Wir fuhren sehr zügig ab Juliaca da der Himmel nicht sehr gut aussah, Gewitterwolken und hier und da auch schon ein paar Blitze. Außerdem wurde es gegen 18:30 täglich schlagartig dunkel. Kurz vor der Abfahrt Richtung Canyon bot sich uns noch ein schöner Sonnenuntergang hinter den Bergen. Der Weg in den Canyon war wie sollte es sonst auch sein Schotter. Es wurde immer dunkler und wir hatten noch gut 10km zu fahren. Also rechts ist Gas und ab die Post. Im letzten Tageslicht erkannten wir dann auf der rechten Seite Umrisse von einem Gebäude und ein Schild was wir nicht verstanden. Trotzdem bogen wir ein, kamen an einem geschlossenen Gebäude vorbei und sahen nur noch schemenhaft weitere Gebäude hinter einer Hängebrücke. Wir stellten die Mopeds ab und wollten gerade schauen was es hinter der Brücke noch gibt, als plötzlich ein Mann mit dem Fahrrad neben uns stand und uns herzlich begrüßte. Er war der Zuständige für die Hosteria und zeigte auf die Brücke mit einer Bewegung, daß wir ihm folgen sollten. Ungläubig schaute ich ihn an, aber er nickte nur und fuhr mit seinem Fahrrad hinüber. Vorsichtig ging ich auf die Hängebrücke, einen Schritt etwas seitlich und schon schwankte die ganze Sache wie verrückt. Sorgen bereitete mir vor allem das Gewicht der Maschine mit mir noch dazu. Egal, Mut zur Lücke wir fuhren tatsächlich ganz langsam hinüber, ohne Probleme. Ein flaues Gefühl hatte ich trotzdem im Bauch. Drüben angekommen fuhren wir noch etwa 150m weiter und kamen an einem kleinen Gebäude an. Als erstes war ein Toilettenhäuschen zu erkennen, dann ein weiteres Gebäude. Wir stellten die Mopeds ab und fanden uns wenig später bei totaler Finsternis mit Taschenlampen in dem Gebäude wieder in dem es keinen Strom gab. Es befanden sich nur die Betten in dem Raum sowie ein kleiner Tisch mit einer Kerze. Egal, es drohte ein heftiges Gewitter, weiter fahren konnten wir eh nicht also blieben wir. Schnell machte man uns die Betten, während wir unsere Sachen abpackten. Es wurden noch einige Eimer Wasser für die Toilettenspülung gebracht und ein Eimer mit Frischwasser für den persönlichen Gebrauch. Der Mann schaute uns mit großen Augen an, als wir ihm erklärten, daß ggf. noch zwei Mopedfahrer kommen. Er war schon über unseren späten Besuch sehr erstaunt aber überaus erfreut. Kaum hatten wir es erklärt kamen auch tatsächlich Carsten und Kudret an. Es war eine total einfache Unterkunft, ohne Strom, fließend Wasser usw. ! Wir kochten uns noch Tee und verputzten unsere Notreserven, bis auf einen kleinen Teil den wir fürs Frühstück aufhoben. Eine grandiose Unterkunft.

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