07.09.2021 von Risoul über den Col du Parpaillon und den Col de la Bonette nach ????

Der Tag begrüßt uns mit einem schönen Sonnenaufgang in den Bergen. Heute biegt Thomas wenige Kilometer hinter dem Start der Tour ab und bleibt auf Teerstraßen. Später treffen wir uns mit ihm zum Kaffee bevor es auf den Bonette hoch geht. Carsten und ich werden den Col du Parpaillon fahren. Dieser so berüchtigte Tunnel da oben auf dem Berg reizt schon etwas. Wir haben ja Hochsommer, somit wird es vielleicht feucht aber wohl nicht vereist. Im Netz bei YouTube sind Filme von dem Tunnel eingestellt mit Eis und Schnee. Wir freuen uns auf jeden Fall riesig dort hochzufahren. 
Wenn man zu Hause sitzt und über den einen oder anderen Paß recherchiert fragt man sich schon, was kommt da eigentlich auf mich zu? Kann ich das, will ich das und hält das Material auch durch? Nun sind wir wieder mal auf dem Weg nach oben. Es geht erst durch recht dichten Wald dann wird es bald offen und die Vegetation weicht der Höhe. Die Auffahrt ist zwar manchmal etwas holprig und unwegsam aber ohne Probleme zu schaffen. Auf dem Weg nach oben steht sehr weit oben ein handelsüblicher Pkw am Wegesrand, wahrscheinlich Wanderer. Man sieht es geht auch mit normalen Fahrzeugen. Auch eine BMW R1150 mit Straßenbereifung und immens viel Gepäck begegnet uns. Also wenn es heißt Offroad muß es nicht heißen, dass es nicht jeder versuchen kann.  Trotzdem waren wir erstaunt, wie mutig doch der eine oder andere ist, was solche Wege anbetrifft.  Der Tunnel war frei zu befahren ohne Eis. Es waren zwar Wasserlachen und ein paar Schlaglöcher mit Wasser gefüllt in ihm aber alles problemlos zu bewältigen. Nachdem wir durch waren sind von der anderen Seite einige Geländefahrzeuge gekommen und die üblichen verrückten Fahrradfahrer die man auch hier an den entlegensten Stellen antrifft. Wir sind ja schon verrückt solche Strecken mit dem Motorrad zu fahren aber die Qual hier mit dem Drahtesel hoch, ist für mich unvorstellbar. Aber zum Glück sind wir nicht alle gleich. Die Abfahrt empfand ich recht angenehm, die Auffahrt von Les Pras stelle ich mir schwieriger vor als von der Nordseite.
Thomas haben wir dann etwas später als geplant zum Kaffee in Jausiers unterhalb vom Bonette getroffen. Hier haben wir dann noch getankt, sicher ist sicher. Das Wetter war wirklich fantastisch. So fuhren wir recht zügig zum Gipfel hoch und hatten sehr viel Spaß an den Kurven und Kehren. Oben warteten wir (Thomas und ich) dann auf Carsten. Die Zeit verging, kein Carsten in Sicht. Nach gut 20 Minuten sind wir dann einer links einer rechts den Beipass runter bis zur Zusammenführung an der ureigensten Passhöhe. Aber auch hier kein Carsten. Handyempfang hatten wir nicht also runter in die Richtung aus der wir gekommen waren. Nach etlichen Höhenmetern tiefer hatte ich dann wieder Empfang und siehe da, Carsten war auch oben, aber nicht ganz oben. Er war das Stück, welches die Franzosen mal gebaut haben um den höchsten befahrbaren Alpenpaß zu haben nicht gefahren. So haben wir uns verpaßt. Er schrieb, dass er weiter in geplanter Richtung fährt. Thomas und ich fuhren wieder mit viel Spaß rauf und nahmen diesmal die ursprüngliche alte Paßhöhe und folgten Carsten. Ein Ort nach dem nächsten, kein Carsten in Sicht. Irgendwie schmeckte mir diese Aktion überhaupt nicht, denn wir hatten noch keine Unterkunft wie sonst gebucht. Das sollte nach dem Bonette passieren. Die geplante Route ging allerdings irgendwann mit einer scharfen Abzweigung links den Berg hoch. Wenn ich nicht zufällig dort angehalten hätte, wäre ich wohl auch vorbei gefahren. Etwas später mein Verständnis für den Verbleib von Carsten war aufgebraucht bekamen wir endlich eine telefonische Verbindung. Carsten berichtete:“ Ich kann das Mittelmeer sehen!“ Spätestens hier war klar, er hat die scharfe Abzweigung nicht genommen sondern ist auf Nizza zugefahren. Wir entschieden uns heute getrennte Unterkünfte zu nehmen. Für uns gestaltete sich die Suche in dem Ort recht umständlich. Nach einer Unterkunft die irgendwie überhaupt nicht passte kam eine belegte, eine geschlossene und eine die ich nicht finden konnte. Auf einem Parkplatz haben wir dann wenige Kilometer zurück eine tolle Unterkunft über Booking.com gefunden, das Hotel De Valdeblore in Valdeblore. Die Motorräder konnten in einer nahegelegenen Garage abgestellt werden, am Hotel war nirgends Platz. Die Straßen waren hier so eng, das jedes Fahrzeug alles versperrt hätte. Das Zimmer war sehr geräumig und somit eine angenehme Erleichterung. Zum Abendessen gab es hervorragenden Fisch,  aber viel zu wenig. Wir bestellten noch eine Käseplatte, die war nach mehrmaligem Brotnachschub dann auch ausreichend. Wenn wir vorher gewußt hätten wie üppig die Käseplatte ist, hätten wir gleich auf den Fisch verzichtet. Der Fisch kostete um 20,-€ und die Käseplatte 7,-€ ! Abends telefonierte ich dann nochmal mit Carsten. Wir mußten noch den Treffpunkt für den nächsten Tag festlegen. Das Hotel wurde auch gleich festgelegt, damit nicht wieder was schief geht. Denn nichts ist schlimmer, als nach einem langen Fahrtag von einer Unterkunft zur nächsten fahren zu müssen. Der nächste Tag würde sowieso recht fordernd für Carsten und mich werden. Die Ligurische Grenzkammstraße stand auf der Agenda.


Die ersten Sonnenstrahlen am Berg.


Wie von einem Spot treffen die ersten Sonnenstrahlen die Festung.

Unsere Unterkunft von letzter Nacht.


So sah unser Weg aus.


Auch hier Murmeltiere



Der Tunneleingang von der Nordseite.


Der Tunnel von der Südseite.

Mein absoluter Respekt gehört den Radfahrern!


Die Aussicht und die Landschaft sind einfach wunderschön.


Hier ist der höchste befahrbare Punkt auf dem Bonette!
2802m


Blick aus der Unterkunft


Blick auf die Festung von Rimplas im Hintergrund.


Unser Hotel mit tollem Zimmer.

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