06.12.2018 Von Cuenca nach Las Lajas

Heute zum Nikolaus ging es von gut 2500 m üNN. auf fast Null runter. Gestartet bin ich bei 16°C und hatte dann zeitweise 33,5°C unten Richtung Küste. Die Straße führte erst wieder über eine Hochebene und dann ging es in eine ganz karge Berglandschaft durch die Täler. Es ist für mich immer wieder erstaunlich wie die Natur teilweise diese krassen Gegensätze gestalten konnte. Die Landschaft kann man einfach mit Bildern nicht so wiedergeben wie sie in Natur tatsächlich auf einen selber wirken. 

Heute bin ich auf ecuadoriansiche Straßenräuber getroffen. Ich fuhr relativ langsam auf sie zu. Zuerst schauten sie überall hin, aber nicht zu mir. Im letzten Moment winkten sie heftig zum Stehenbleiben. Das schaffte ich vor den Beiden nicht mehr. Beim Bremsen winkten sie schon heftigst zum Zurückfahren. Ich drehte also auf der breiten Straße einfach um und fuhr die paar Meter zu den in Polizeiuniform steckenden Straßenräubern zurück. Ich wurde freundlich per Handschlag von Beiden begrüßt. Es folgte der übliche Smaltalk, woher, wohin usw., sofern mit meinen Sprachkenntnissen möglich. Dann blieb nur noch der Ältere bei mir. Der erzählte immer wieder etwas von Frau und Essen und zeigte auf seinen Bauch. Ich verstand ihn erst nicht und sagte es ihm auch immer wieder. Dann zeigte er mir eine 100$ Note, zeigte auf meinen Tacho auf 80 km/h und dann auf das Schild mit 50 km/h an der Straße. Ich zeigte ihm mit Daumen und Zeigefinger das Zeichen für bezahlen, er nickte und ich widersprach sofort vehement. Er wollte schlicht Geld von mir, als dass mit der Frau nicht geklappt hat, zog er die Masche des zu schnellen Fahrens. Genau wie es in vielen anderen Reiseberichten beschrieben ist, nur oft in anderer Reihenfolge. Er sah mich mit großen Augen an als ich ihm deutlich widersprach. Ich fragte dann , listo, auf spanisch fertig, und setzte dabei schon den Helm auf und zog die Handschuhe an. Er nickte ich auch und so fuhr ich davon ohne irgendetwas zu zahlen. Ich hatte nirgendwo ein Meßgerät gesehen, so war ich mir auch keiner Schuld bewußt. Zumal ich wirklich langsam unterwegs war. Glück gehabt und durchgekommen. Und dabei machten sie so einen freundlichen Eindruck, solche Lumpen. Am meißten ärgert mich dabei, daß die Leute ihr Land repräsentieren und ihm durch solches Verhalten oft nachhaltig schaden. Die sehen alle das große Motorrad und meinen gleich, dass Du viel Geld hast und etwas davon abgeben kannst. Ich nenne nirgends den Preis, weil er unvorstellbar ist. Ich erzähle immer nur wie viel Kilometer das Motorrad schon gefahren hat und ich der dritte Besitzer bin, dann sind sie meistens zufrieden.

In der Nähe der Küste bin ich bestimmt 20 km an Del Monte Bananenplantagen vorbeigefahren. Zum Mittagessen hielt ich an einer Hauptstraße Richtung Süden an, wo auch ein Lkw stand. Dort wo die Lkw-Fahrer zum Essen anhalten kann man in der Regel einfach aber gut und günstig essen. Ich stieg ab und bekam vom Lkw-Fahrer natürlich gleich erstmal die Frage was das Moped kostet  und dann woher ich komme. Dann orderte ich eine Cola und fragte nach Mittagessen. Die Frau bot natürlich gleich wieder eine Suppe an, die wollte ich heute aber nicht, aus Sorge es könnte wieder Koriander drin sein. Den mag ich überhaupt nicht, ich finde das Essen schmeckt dann immer nach Plastikgabel. Ich fragte einfach nach Reis mit Hühnchen und bekam einen Teller voll. Bezahlt habe ich anschließend für das Essen und zwei 300 ml Cola 3,50 $, einfach gut und sehr günstig. Von der Hauptstraße Nähe Küste waren es wohl von hier ins Landesinnere gut 30 km gewesen. Die Straße führte an riesigen Landgütern vorbei. Überall brannten Feuer, wo Bäume und Strauchwerk verbrannt wurde. Es machte den Eindruck als wenn man hier mehr Weideland schaffen will. Für Ackerbau erscheint es ungeeignet. Aber für die Rinder, die hier wieder ganz anders aussehen als die im Hochland, (Schwarzbunte wie bei uns) scheint es aber geeignet. Der Weg hier nach Las Lajas war ein Abenteuer. Das Navi führte mich von der Hauptstraße runter in einen Feldweg. Nach knapp 2 Kilometern kam ich tatsächlich in einem Ort mit geteerten Straßen an. Das Navi hatte wohl den kürzesten Weg gewählt. Ich hatte für heute das große Problem, dass ich eigentlich anders fahren wollte, dort gab es aber keine Unterkünfte die ich hätte buchen können. So ergab es sich, dass ich in Las Lajas buchte. Hier an der Hauptstraße sollte das Hotel sein. Dort wo es laut Booking com sein sollte gab es aber keins. Ich fragte die Leute in einem Geschäft, aber die meinten ich müsse eine Straße weiter nach oben fahren. Also los, aber dort gab es auch kein Hotel. Kurz vor der nächsten Kreuzung fragte ich erneut, der Herr wußte auch nicht wo hier ein Hotel sein sollte. Ich fuhr 5 m weiter, konnte um die Ecke schauen und sah dort ein Hostel. So fuhr ich dorthin und fragte nach dem Hotel, die Junge Frau sagte mir ich würde davor stehen. Ich fragte nochmals nach und erhielt wieder die Aussage, dass ich hier richtig sei. Ich ging hinein, bezahlte wie angekündigt, 20$ für eine sehr bescheidene Unterkunft. Das Motorrad konnte ich wie angemeldet direkt im Haus in die Garage stellen. Irgendwie habe ich schon ein komisches Gefühl, ob es tatsächlich die richtige Unterkunft ist. Was solls, ich kann es nicht ändern. Morgen geht es dann nach Piura in Peru.

Ein etwas schattiges Plätzchen um die Innenjacke auszuziehen.
Mitten in der Landschaft ein riesiger Felsen.



Gigantische Bilder die einem hier geboten werden.


Solche Stellen mit massiven Straßenschäden gab es viele. Die Fahrbahn ist dann mal eben 30-50 cm tiefer.


Eine riesige Fußgängerbrücke über den Fluß.
Hier werden die Kakaobohnen einfach neben der Straße getrocknet.
 
Die Bananen hängen hier zum Schutz gleich in Folie die mit Insektenmitteln behandelt ist. So kommen dann nur gute Bananen bei uns auf den Tisch. Das Platik liegt natürlich auch gelegentlich in der Gegend rum.
Der Weg zum Ort den das Navi gewählt  hat.

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