04.02.2019 Von Residencia nach Asuncion Paraguay

Ja, heute war wieder mal eine Grenze dran. Paraguay steht heute auf der Route, da war ich bisher noch nicht. Der Weg führte weiter über die Landstraße, irgendwas bei 340 Kilometer zeigte das Navi an. Gefrühstückt habe ich heute an der Tankstelle. Der Kaffee und das Gebäck waren gar nicht schlecht. Dann ging es wieder auf die Achterbahn. Die Landstraße ist hier teilweise wieder massiv ausgefahren, so dass man höllisch aufpassen muß, nicht plötzlich durch eine Spurrille vom Moped zu fallen. 
Unterwegs brannte es dann an vielen Stellen, es war für mich aber nicht erkennbar, ob gewollt oder ungewollt. Die letzten 100 km bis zur Grenze waren immer wieder auch kleinere Flächen verbrannt, die mit Sicherheit keinen Nutzen gebracht haben. Dann waren auch wieder größere Flächen mit Palmen zu sehen und dunkle Tiere darunter. Alles stand wieder im Wasser, da dachte ich schon an Wasserbüffel und wenig später erkannte ich dann tatsächlich Wasserbüffel. Mein Freund Ulli aus Plön wollte mir die Kühe im Wasser, die Tage zuvor, schon als Seekühe verkaufen, die gibt es aber tatsächlich. Mir schwebt für die im Wasser stehenden Kühe eher der Begriff Wamuh vor. Wahmuh steht dann für Wasserkuh. Auf solche Gedanken kommt man wenn man tagelang nur geradeaus auf der Landfstraße fährt. Eigentlich wollte ich eine nette Pause machen, aber die Tankstellen sahen hier nicht sonderlich einladend aus und die wenigen Orte auch nicht. Das Navi zeigte noch knappe 50 Kilometer an und immer noch keine Pause, jetzt wollte ich sogar auch tanken. Aber es kam, ganz plötzlich und unerwartet, die Grenze. Ich hielt auf der argentinischen Seite an und und sagte, dass ich Migrant bin und somit einen Ausreisestempel brauche! Trotzdem schickte man mich auf die andere Seite und zeigte mir an, den würde ich drüben bekommen. Tatsächlich, dort gab es einen Schalter für Ausreisende, meinen Stempel bekam ich auch, den Motorradzollzettel wollte schon wieder keiner haben. Nun denn, gleich 5m um die Ecke war der Einreiseschalter nach Paraguay. Hier dauerte es keine 2Miunuten, war ich fertig. Die Dame sagte mir für das Motorrad muß ich zum Zoll und zeigte in die Richtung. Ich ging los, zwei Männer deuteten mir ich müsse wohl in ein Büro, mein Blick dort hinein ließ mich aber weiter gehen. Falsch gedacht und zurück. Die Beiden standen dort immer noch, ich fragte nun nach Aduana, sie nickten wieder zu diesem verlassenen Schreibtisch in dem Büro. Einer ging aber diesmal los und holte einen älteren Herren. Diesen holten sie aus einem Raum in dem ich einige Leute zuvor Mittagessen sehen hatte. Er war völlig erstaunt, dass er arbeiten mußte und sollte. Er begrüßte mich sehr freundlich, ging mit mir ins Büro und wir versuchten uns zu verständigen. Er fing an in einem Stapel Papiere einen Block mit Durchschlag-formularen zu suchen. Ich mußte erklären woher ich bin und wohin ich will und vor allem wie lange ich nach Paraguay will. Dann wollte er auch noch wissen welche Strecke ich den fahren will.
Er nahm meine Papiere, blätterte darin und drehte sie mehrmals um. Ich faßte mir dann ein Herz und erklärte, was der Paß ist, den erkannte er wohl auch so, aber den Fahrzeugschein und den Führerschein kannte er wohl so nicht. Gut es waren nur Kopien. Dann füllte er das Einreisedokument von Hand in einer Sonntagnachmittagausgehhandschrift aus. Er füllte, das Formular nicht in Druckschrift aus, nein in normalen zusammengeschriebenen Worten. So etwas habe ich schon sehr lange nicht mehr gesehen. Anschließend wünschte er mir eine gute Fahrt und ich konnte ohne irgendwelche Kontrollen die Grenze passieren. Gedauert hat der Grenzübertritt wenn überhaupt 15 Minuten, das war Rekordzeit. Nun war ich also in Paraguay, keine Pause und kein Geld für Pause. Es fehlte aber auch deutlich an Möglichkeiten für Pause. Paraguay war offensichtlich um einiges ärmer als Argentinien. Sauberer war es auch nicht. Soweit hatte ich mit den weg bis Asuncion überhaupt nicht vorgestellt. Bei der Planung der Route dachte ich, es sind vielleicht 10-15km, nun waren es noch über 40km. Es war brütend heiß und ich malte mir schon aus, wie ich ohne Geld am Hotel ankomme und mit Dollar zahlen muß. Aber wie es der Zufall so will, auf der rechten Seite eine Bank. Ich bremste schnell und fuhr zügig vor die Bank. Der Sicherheitsbeamte darin kam sofort an die Scheibe um mein Treiben zu beobachten. Nachdem der Helm aber abgesetzt war, entspannte er sich. Das Geldabheben ging dann tatsächlich ohne große Probleme, 1500000 Guarani holte ich. Ca. 7000 Guarani sind ein Euro. Ich wollte auch erstmal nur eine Nacht buchen, da die Bewertungen des Hotels total unterschiedlich waren. Der Herr an der Rezeption sprach sogar etwas deutsch und so war auch die vorherige Besichtigung von Parkplatz und Zimmer kein Problem. Er und der Computerspezialist des Hotels hatten dann aber erstmal Interesse zu erfahren wo und wie ich denn gefahren bin und staunten nicht schlecht. 
Das Zimmer hat eine tolle Aussicht bis zum Fluß und liegt zwar im obersten Stockwerk., dritte Stock, aber dafür etwas ruhiger. Unten tummeln sich die Kinder in einem relativ kleinen Pool. Ich zog mich um und ging in die Stadt. Da das Netz hier nicht so gut ist, entschloß ich mich doch noch für eine Simkarte fürs Telefon. Charly aus Berlin hat irgendwo eine Karte gefunden für mein Navi die auch funktioniert. So brauchte ich nun eine Verbindung die keine Tage braucht und möglichst stabil läuft. Beides kann man hier in Südamerika mit einem Hotspot übers Handy oftmals gut erreichen. Nach etwas suchen war Tigo, der größte Anbieter in Paraguay auch gefunden und nach wenigen Minuten hatte ich für fast 5,-€ eine Simkarte mit 4GB Datenvolumen, das sollte reichen. Die Stadt selber ist Hauptstadt von Paraguay. Selten habe ich so eine  schmutzige Stadt gesehen. Vielleicht war ich auch nur zur falschen Zeit am falschen Ort. Aber auch die Bausubstanz von vielen Gebäuden läßt fehlende finanzielle Mittel oder Möglichkeiten deutlich erkennen. Ich weiß  nicht wem die Männer, die hier stehen und Geld tauschen, das Ganze andrehen wollen, außer mir habe ich nur sehr wenige Passanten gesehen. Ich war dann noch am Fluß unten und bin dann noch etwas essen gewesen, nur ein Sandwich, nicht wieder so viel wie gestern.
Bis spät in die Nacht lief dann der Rechner und hat die Karte von Charly runtergeladen. Ich wurde wach, spielte sie ins Navi ein und siehe da, es klappte. Es ist echt toll, in der Heimat Leute und Freunde zu haben wie Charly, der dann als ich mich bei ihm bedanke nur sagt: “ Micha, Du weißt doch, Traveller genießen Priority Support!“ Ohne diese Karte wäre ich nicht nach Rio de Janeiro reingefahren, es wird mit der karte bestimmt schon ein besonderes Abenteuer. 

Die Buckelpiste, einfach unglaublich, wie die Spurrillen hier Autos und Motorräder hin und her eiern lassen.

Das Leben neben oder an der Straße.
Die Palmen mit den Wasserbüffeln drunter!

Der Qualm war schon 4 Kilometer vorher zu sehen.
Ein Gefängnis kurz in Argentinien kurz vor der Grenze.
Der Rio Paraguay!
Auch hier, ein alter Kahn verrottet hier am Flußrand direkt vor er Hauptstadt.

 
Der Palacio de Lopez ist der Präsidentenpalast und Sitz der Regierung. Es ist unglaublich wie dreckig es nur eine Straße weiter ist.

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