04.02.2018 Tag 4 in Essaouira

Heute ist Sonntag und ich habe mir für heute den Gang in die Medina vorgenommen um dort endlich wieder  frittierten Fisch zu kaufen. Nach dem täglichen Frühstück und der kleinen täglichen Handwäsche  mache ich mich auf den Weg. Der führt mich, wie die anderen Tage zuvor auch schon immer, in der Nähe des Riad Zara, in dem ich mit Sabine schon gewohnt habe, vorbei. Das Riad liegt tatsächlich in direkter Linie zum Strand auf meinem Weg. Ich fühle mich hier in dieser Unterkunft aber wesentlich wohler. Am Strand angekommen stellte ich fest, das Meer ist tot. Ja, es waren überhaupt keine Wellen mehr da, bzw. die die da waren, waren halt sehr sehr klein. Die Tage zuvor immer riesige Wellen, manchmal zwei Meter hoch und heute kaum Seegang, wie man so schön sagt. Es war Ebbe und soweit zurück hatte ich das Wasser hier auch noch nicht gesehen. Überall am Strand und auf den Platzen an der Promenade wurde Fußball gespielt. Ich habe außer bei großen Entscheidungen eigentlich nicht viel dafür über. Aber wie die Jungs und heute auch Männer, mit einfachsten Schuhwerk, einige sogar barfuß, mit dem Ball umgehen können ist großartig. Da könnten sich die großen im Weltfußball mal eine Scheibe von abschneiden. Diese rennen hier, als ginge es um ihr Leben und haben Tricks drauf , dass ich aus dem Staunen nicht heraus komme. Nach fast zwei Stunden erreiche ich dann auch erst die Medina und trinke erstmal einen Kaffee am großen Markt. Hier kommen alle Touris an und werden von den Händlern abgefischt und es gibt immer was zu sehen. Ich weiß natürlich wo ich lang gehen muß oder habe mittlerweile auch Handbewegungen für die Händler, die mich dann erst gar nicht weiter ansprechen. Außerdem weiß ich ja auch wo ich hin will und gehe so auch recht zielstrebig. Schauen tue ich nur aus der Entfernung und wenn  gehe ich dahin wo die einheimischen kaufen um mir etwas anzusehen. Da habe ich in der Regel dann auch meine Ruhe. Es ist schon erstaunlich was hier so an Bekleidung von den Menschen getragen wird. Hier laufen die Frauen unter den Schleiern teilweise in, ich möchte es mal Frottee Schlafanzughosen nennen, herum und dass ist hier oft so. Auch die Farben, sowas von knallig, ich bin da wirklich manchmal erstaunt. Und  an der Promenade lungern auch oft Männer oder Jungen herum, die die Touristen ansprechen, Ihnen irgendetwas erzählen und dann gleich die Hand aufhalten. Oder sie zu irgendwelchen Sachen animieren wollen, Camelreiten usw. ! Manchmal ist es schon recht lästig, auch wenn sie nur alle irgendwie überleben wollen. An bettelnden Menschen läuft man hier den ganzen Tag vorbei. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, an ihnen auch so vorbei zugehen, es ist trotzdem immer wieder schlimm mit anzusehen. Eine Altersversorgung gibt es hier nicht, ich habe glaube schon berichtet davon. Wer also keine Kinder hat, die ihn im Alter versorgen oder vielleicht Reichtum, aber wovon, angespart hat, sitzt irgendwann bettelnd auf der Straße. da sieht man wieder wie gut es uns doch geht. 
Den Fisch habe ich dann in der Medina bekommen, habe dann noch ein halbes Kilo Erdnüsse gekauft und ein Kilo Bananen. Anschließend bin ich nach Hause und habe den Fisch, es waren drei Sorten, die der Händler einfach so mit der Hand auf einen Teller getan und anschließend auf einen Bogen Papier geschüttet und zusamen gerollt hat. das Ganze dann in eine Plastiktüte gesteckt hat und fertig. Ja, es war etwas gewöhnungsbedürftig, aber inzwischen komme ich damit klar. Geschmeckt hat der Fisch wieder wunderbar. Dann hat es doch tatsächlich wie angekündigt geregnet. Der Sohn des Hauses kam hochgeeilt und brachte einen großen Vogelbauer auf den Flur vor meiner Wohnung. Er zeigte mir dann auch warum. Die winzigen Tauben aus Australien, ein Pärchen paßt locker auf eine meiner Hände hatte gerade Nachwuchs bekommen. Und er sagte, draußen ist es mit Regen zu kalt, die müssen jetzt mit drin stehen. Für mich kein Problem, die Jungen waren extrem winzig. Die anderen Vögel die auch in dem Bauer mit untergebracht sind, kamen auf den rand vom Nest geflogen und schauten sich den Nachwuchs auch erstmal an, ein tolles Schauspiel. Ja, so verstreichen hier die Tage und ich habe viel Zeit, um über Vieles wo sonst keine Zeit für bleibt, in Ruhe nachzudenken. 

Abendstimmung nach dem Regen über das südliche Essaouira!

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